Psycho

Dienstag, 3. Juni 2008

PURE VERARSCHE

Da fragt man einen guten Freund: Sag mal, hast du zufällig dieses eine Lied? Dieses dödödaaddaaadaaahhh, weißte? Nein? Herrgott!

Als Antwort kommt: Nein. Ein Lied, dass dödödaadaaadaah heißt, hab ich nicht. Was brauchst du denn?

Na irgendwas aufheiterndes, schönes. Nix stressiges.

Achso, aber da hab ich den ultimativen Tipp für dich. Blumfeld. Hier, kuck mal!

Und dann schickt mir dieser Mensch Knallkopf, doch tatsächlich ein Lied, das alles nur noch schlimmer macht. Wo bin ich denn hier? Hat sie der noch alle? Argh!

Also hab ich mal ne Runde geheult. Schon alleine wegen dem Hund und weil der Hund zur Zeit genau so gut ich sein könnte. Hölle..verdammt...verdammte Hölle!.Da geht einem doch der Arsch auf Grundeis. Soll ich M. jetzt erdrosseln für das Lied? Mir wäre danach.

Sonntag, 1. Juni 2008

HÄTTEST, WÜRDEST, SOLLTEST

Ich würde gerne die Gabe besitzen, mich ein Mal, ein einziges Mal einfach nur fallen zu lassen. Betrunken sind wir doch alle Helden, oder? Da haben wir Spaß, sind offen, verspüren so etwas wie Glück. Aber wenn der Vorhang der Trunkenheit fällt, sieh hinter die Kulissen. Die Schlechten sind oft die Guten und die Guten sind gerissen.

Ich vermittle den meisten Menschen den Eindruck, als hätte ich mir gar nichts mehr zu beweisen. Was im Grunde genommen überhaupt nicht stimmt. Ich habe mir an jeder Häuserecke irgendwas zu beweisen.

Eigentlich bräuchte ich gerade jemanden, der mir zuhört und mich auf andere Gedanken bringt. Ohne dass ich sagen muss: Hör mir bitte zu und bring mich auf andere Gedanken. Jemand, der meinen Blick richtig deuten kann. Jemand, der nicht von mir fordert, dass ich ausspreche, was mir auf dem Herzen liegt, weil er weiß, dass mir die Worte auf dem Weg zum Mund schon in der Kehle stecken bleiben.
Es tut mir leid, aber ich BIN halt so.

Bei manchen Menschen habe ich das Gefühl, ich sollte nach der Verabschiedung nochmal umdrehen, zurück laufen und rufen: Bleib bitte stehen! Ich will dir etwas sagen!

Egal, was ich dann sagen möchte, ich habe es nie getan, das Zurücklaufen. Und werde es vermutlich auch nie tun.

WENN DU DICH JE EINSAM FÜHLST

An manchen von diesen Tagen, an denen man sich alleine gelassen fühlt und man dieses Gefühl als falsch erkennt, aber trotzdem nicht durch ein anderes ersetzen kann. An manchen von diesen Tagen, wenn draußen ein Sommerregen niedergeht und man die Telefonnummer eines Freundes wählt, der nicht da ist. An diesen Tagen verübt das Finden eines abgegriffenen Zettels einen so enormen Zauber auf einen aus, dass man nicht anders kann, als zu lächeln. An manchen von diesen Tagen kann einen so ein kleiner Zettel mit den richtigen Worten darauf ein bisschen glücklicher machen. An manchen von diesen Tagen liest man die Worte auf diesem Zettel zum hundertsten Mal: Wenn du dich je einsam fühlst... daneben eine Adresse und eine Telefonnummer. An manchen von diesen Tagen fühlt man sich dann ein bisschen weniger allein.

Montag, 26. Mai 2008

NYMPHO

Als ich heute bei Big B. im Wartezimmer saß und auf mein Einzelgespräch wartete (viertel Stunde zu früh) konnte ich durch die Tür Satzfetzen aus ihrem Gespräch mit einer Patientin belauschen. Meine Augen und Ohren wurden immer größer, bis ich begriff: das sitzt eine Nymphomanin drin. Wie interessant!

Ich blätterte weiter alibihalber in der Zeitungsbeilage von 2007 und beschloss, beim nächsten Mal noch früher da zu sein.

Mittwoch, 9. April 2008

DER KANSAS CITY SHUFFLE

Ein Kansas City Shuffle ist, wenn alle Welt nach rechts kuckt, während du links rum gehst.

So sprach´s Bruce Willis in Lucky Number Slevin. Und verdammte Scheisse, er hat ja recht.
Und, zur Hölle damit, ich bin eine von denen die links rum gehen während alle anderen nach rechts gucken und vermutlich recht damit haben. Denn ich gehe nach links und das auch noch im Kreis. Oder ich bleibe stehen. Stocksteif und habe keine Ahnung wohin. Vor mir nur die pure Ahnungslosigkeit und hinter mir, auf diesem elend langen Weg, den ich mit meinen beinahe 27 Lenzen schon gegangen bin nur Mittelmäßigkeit. Ich kann sagen, ich bin an einem Punkt angekommen, an dem ich mir selbst eingestehen muss: Ich habe keine Ahnung. Keine Ahnung davon, wie man auf der Karriereleiter nach oben klettert, keine Ahnung von strategischer Kommunikation (= wie zwinge ich jemand anderem meinen Willen auf, ohne dass er es merkt. Oder zu jeder noch so großen Arschgeige freundlich sein. In meinem Job leider eine Notwendigkeit an der ich oft genug gescheitert bin), keine Ahnung von Eignungstest für irgendwelche Fachhochschulen, keine Ahnung davon, wie ich mal meinem Vater begreiflich machen soll, dass es nicht sonderlich aufbauend ist von mir immer zu erwarten, dass ich es besser wissen MUSS, wenn ich mich wieder mal in Situationen verfahre. Außerdem bin ich gefangen im Mittelmaß. Mir fehlen momentan sogar die Ideen für rotzige Texte oder meinetwegen irgendwelche sinnvollen Texte. Der FM4 Bewerb „Wortlaut“, dessen Einsendeschluss Anfang Mai ist und der eine Interpretation zum Thema „Verspielt“ abverlangt, meine Güte, ich scheitere daran wie Reinhold Messer an der Beweislage für den Yeti. Meine jämmerlichen Versuche zu diesem Thema irgendetwas bewegendes, berührendes, lustiges oder sinnvolles zu schreiben ohne vollkommen am Thema „Verspielt“ vorbei zu schrammen, sind bis jetzt alles nur Dokumentationen meiner Unfähigkeit. Da fehlen Ansätze, fehlt der Körper, fehlt, um es knallhart zu sagen, das Talent aus einer beschissenen Idee ein gutes Konzept zu machen. Es gibt bestimmt schon Hunderte Menschen, die bereits eifrig ihre Ideen ausfeilen, die Worte in ihren PC hämmern, während ich mich noch immer im Kreis drehe. Ein Kansas City Shuffle.

Ich habe wirklich keine Ahnung. Nicht vom Beruf, nicht vom Leben und vor allem nicht von der Liebe. Wo wir doch schon dabei sind, den kompletten Seelenmüll raus zu lassen: ich würde eher wie eine Katze an ihrem eigenen Haarknäuel ersticken, bevor ich sagen kann, dass ich jemanden mag. Wissen Sie, wie oft mir schon von diversen Männern vorgehalten wurde ich wäre die „Eisprinzessin“? Sowas nimmt man im ersten Moment gar nicht wahr, aber rückblickend betrachtet hatten sie recht. Wenn mir jemand etwas nettes sagt, dann lächle ich ihn hilflos an und ergreife gleich danach die Flucht. Egal, wo wir gerade sind. Wahrscheinlich würde ich sogar aus einem fahrenden Auto springen, dem ein riesengroßer LKW folgt, wenn er mir ohne nötige Vorbereitung das L-Wort sagen würde. Die Perversität an der ganzen Sache ist aber, dass ich mich ja darüber freue! Es ist ja nicht so, dass es mir zuwider wäre, wenn mir jemand seine Gefühle auf einem Silbertablett offenbart, aber Herrgott, was soll ich denn dann tun? Was erwarten sich die Kerle dann? Muss ich, als Antwort auf seine Gefühlsbekundung, durch brennende Reifen springen? Oder ein Kaninchen aus dem Hut zaubern? Soll ich dann etwas sagen? Soll ich nichts sagen? Wertet man das eine nicht als „Ja, jetzt fühlt sie sich verpflichtet auch etwas zu antworten“ und das andere als „Die ist nicht an mir interessiert“? Ich kann mit Gefühlen nicht umgehen, sie auszudrücken oder einfach nur gestehen.

Psychologisch betrachtet liegt es wohl daran, dass ich als Kind nie in den Arm genommen wurde. Man mir nie gesagt hat „Ich hab dich lieb“ und meine Mama nie mit mir gekuschelt hat. Meine Eltern lieben mich, ich weiß das und ich habe ihnen viel zu verdanken, aber eigentlich will ich einfach nur, dass ihr ein bisschen Mitleid mit mir habt. Okay? Vielleicht habe ich aber auch einfach nur zu viele kitschige Filme gesehen, die mir ein falsches Bild der Liebe vermittelt haben und bin einfach nur traurig, dass ich keine Nutte bin, die von einem Millionär aus ihrem langen Elend der Prostitution geholt wird. Mal abgesehen davon, dass ich keine Nutte sein möchte und die Kleidung von Julia Roberts in Pretty Woman ist rückblickend betrachtet einfach nur grässlich.

Dann wäre ich wirklich gerne eine von jenen Personen, die man auf keiner Party missen möchte. Aber meine schreckliche Launenhaftigkeit verbietet mir das. Es gibt nämlich diese Sorte Mensch, die zwanghaft darum bemüht ist, bei allen gut anzukommen. Das ist ein Wesenszug, den ich nie erreichen werde. Nicht mit Alkohol, nicht mit Drogen und schon gar nicht mit meinem Wesen so wie es ist. Dafür bin ich zu misanthropisch veranlagt. Wie viele Deppen haben mich schon bei Partys angesprochen, und wie oft habe ich sie augenrollend und stöhnend nach 0,5 Minuten Gespräch wieder alleine stehen gelassen, während sich ein Großteil meiner Freundinnen jeder noch so armen Seele erbarmt und sie zumindest aussprechen lassen, bevor sie sich höflich-distanziert wieder verabschieden, weil sich meine wütenden Blicke schon ihren Rücken gebrannt haben. Meine Freundinnen haben etwas, woran es mir grundsätzlich fehlt, wenn mir irgendein Depp gegenüber steht: Geduld, Höflichkeit und der Wille zu gähnend langweiligem Small Talk. Sogar ein Lachen über die unfassbaren Deppenwitze der Deppen, welches von mir sofort als geheuchelt und falsch erkannt wird, können sie sich aus der Raucherbrust reißen.

Ich habe schon mehrmals versucht den Willen aufzubringen jedem Menschen gegenüber nett und höflich zu sein. Mittlerweile kann ich das auch, aber nur wenn ich rotzvoll bin.
Ich entwickle mich also weiter, wenn auch in die falsche Richtung. Ich gehe nämlich nach links, währen die ganze Welt nach rechts guckt!!! Der Kansas City Shuffle.

Gut, nachdem ihr nun einen kleinen Einblick in mein allgemeine und alles umfassende Ahnungslosigkeit bekommen habt, hier eine Erkenntnis aus den letzten Tagen, welche ich durch eine Aussage von Herrn C. erlangt habe. Der hat nach dem zweiten Cocktail am Samstag zum Thema „Menschen, die auf allen Partys immer so toll bei Laune sind und deshalb bei allen gut ankommen“ gesagt hat: „Diese Leute tragen privat meistens ein größeres Packerl mit sich herum.“ Das war für mich eine Weisheit. Eine Philosophie, von der man mit Fug und Recht behaupten kann: Recht hat er!

Zu dieser Erkenntnis hat sich übrigens noch eine zweite eingestellt (ungefähr beim letzten Schluck des zweiten Cocktails). Und ich hoffe an dieser Stelle, dass Herr C. diesen Text nicht bis zum Schluss liest, sondern bereits nach dem dritten Absatz mit dem Gedanken „Was für ein Freak“ meinen Blog weg geklickt hat und sich seinem Elefantenfuß (Pflanze, nicht Körperteil) widmet.

Ich musste mich schon bei dieser einen Nikita-Party fragen, woher ich den Menschen eigentlich kenne. Und am Samstag fiel es mir dann wie Geröll auf den Schädel. Es war bei der Geburtstagsfeier von L. im Jahr 2004 (?). Jedenfalls war ich an diesem Abend rabenvoll und wurde von N. ins Pött´sche Schlafzimmer gebracht um mich auszunüchtern. Dort hat mir N. vorgelesen und ich habe mich in meinem „erweiterten Bewusstseinszustand“ beinahe angelullt vor Lachen, als sie erst beim Vorwort war.
Es lautete: Für Bernhard Pulk, der so herzlich lachen konnte. Wirklich, es war ausnahmsweise eine Geburtstagsfeier, auf der ich beinahe durchgehend gut gelaunt war.
Als ich wieder aus dem Schlafzimmer stolperte, stand genau davor ein Typ der mich irgendwie verstört ansah. Gut, da kracht jemand plötzlich aus dem Schlafzimmer raus, sieht noch dazu sowas von zugedröhnt aus, verdammt, ich wusste selbst, dass ich einen erbärmlich Allgemeinzustand abgegeben habe. Deshalb fühlte ich mich natürlich auch gleich provoziert, ob dieses verwunderten Blickes und grüßte daher nicht. Das nahm der Typ, also C., natürlich zum Anlass und schmetterte mir ein „Grüß Goooooooooott“ lauthals gegen meinen dicken Schädl. Ich habe nichts gesagt, sondern mir nur gedacht „Was für ein Penner“ und verschwand schnell aus der Küche.
Ich habe mich am Samstag ein bisschen geschämt, als mir diese Szene wieder eingefallen ist. Muss ich zugeben. Deshalb habe ich C. dann auch gleich noch mal die Cocktailkarte in die Hand gedrückt. Damit er in die Karte glotzt. Während ich grinsend nach links sah. Ein Kansas City Shuffle.

Freitag, 8. Februar 2008

Nervenausfall 2. Teil

Scheinbar geht es nicht nur mir so. Die Leute sind verwirrt, angfressn, durch den Wind, hektisch, hysterisch, durcheinander...diese Woche vielleicht selbst schon einen Ausfall gehabt? Erzählen Sie mir davon. Ich werde ihr Geheimnis hüten und nur hier im www breit treten.
Während ich mich wieder auf den Pfaden der Normalität bewege, zucken jetzt alle anderen aus. Eine kleine Übersicht...

- Auf meine Frage "Bitte gib mir Details über die Gedenknacht im U4 am Mittwoch, ich geh ja am Donnerstag" kotzte M. mir folgende Antwort hin: "Marius war begeistert. Ich fand´s scheisse." Aha. Wir berichten weiter...

- Mutter heute um 10 Euro angeschnorrt. Bekam 20! Hatte wohl ihre Brille nicht auf. Oder ich muss ihr 40 wieder retour geben.

- Der nagelneue Laptop meiner Schwester verabschiedete sich im zarten Alter von 3 Tagen aus seinem irdischen Dasein und dümpelt jetzt wohl wieder in der verrauchten Lagerhalle irgendeiner Fabrik rum.
Leider verstarb er ausgerechnet in meiner Wohnung. Leider werde ich auch das Gefühl nicht los, dass ICH die Mörderin des Geräts bin. Oder ist es ein gutes Zeichen, wenn man den Lappi mit Strom versorgen möchte und just in dem Moment, als man ihn zu den anderen 48 Geräten an die Mehrfachsteckdose hängen will, blitzt es so komisch? Ich jedenfalls kann mir nicht vorstellen, dass das der Grund für seinen Display-Totalausfall war.

- M. hat sich Gläser um 120 Euro gekauft.

- Pro Stück!

- Habe ihn einen Vollhirschen genannt und es gewagt in die Richtung der Gläser zu rauchen, worauf er mich anschrie ich solle die Gläser in Ruhe lassen. Dann schrie ich ihn an "Schrei mich nicht an" und er schrie zurück "Ich schrei dich nicht an." Als sein Lebensgefährte in die Küche kam verdrehte er die Augen und knallte die Tür zu.

- Mein Nachbar vom 5. Stock stand heute zum wiederholten Male nur in Boxershort und T-Shirt vor dem Aufzug. Weiß er nicht, dass das bei seinem Aussehen Erregung öffentlichen Ärgernisses ist? Und vor allem Erregung meines Ärgers? Schlafende Drachen soll man nicht wecken. Unfassbar, dass es noch immer Leute gibt, die das nicht wissen.

- Motorradfahrer erwachen wegen der drei Sonnenstrahlen in den letzten Tagen wieder aus ihrem Winterschlaf. Bei der Falco Gedenknacht unglücklicherweise einen Bekannten getroffen, der nichts besseres zu tun hatte, als mir eine unendliche halbe Stunde lang von seiner Kawasaki Ninja Zblablabla und den nicht enden wollenden Reparaturarbeiten zu erzählen. Er redete sich richtig in Rage und ich bemerkte die eine oder andere Ader an seinem Kopf hervor treten. Motorradfahren ist also nicht nur dann ungesund, wenn man am Bike selbst sitzt. Um das Gespräch und vor allem die Bekanntschaft ein für alle mal zu beenden sagte ich zu ihm: "Eine Kawasaki sagst du? Das sind doch diese fetten, behäbigen Motorräder auf denen immer alte Männer drauf sitzen, oder?"

- Wer anderen eine Grube gräbt... bin ich den Motorradfritzen los geworden, lauf ich gleich dem Auto-Freak in die Arme. Ob ich denn nun endlich ein "richtiges" Auto fahren würde, fragt er. Ich weiß nicht, aber wenn jemand meinen Belzebub (Spitzname meines Autos, Anm.d.Verf.) beleidigt, dann werd ich sauer. Er ist vielleicht nicht teuer oder luxuriös und hat schon die ein oder andere Narbe von unseren Ausritten davon getragen, aber er gehört halt zu mir. Also habe ich dem Auto-Freak folgendes erzählt:

Ja klar fahr ich ein richtiges Auto, nämlich noch immer mein Altes. Aber weißt, der letzte Schrei für die kommende Saison wird ja wieder das Motorradfahren. Wer in sein will, muss ein Bike haben. Hast du eines? Tja, ich schon..kenn mich voll aus. Es handelt sich um eine brandneue Honda Dirty Firestarter Supermachine XYZ3482 (von mir erfundener Name). Ha ha, in der Realität weiß ich nichtmal, ob Honda überhaupt Motorräder baut. Gut, die Unterhaltung wäre bestimmt noch sehr lustig ausgefallen, wäre ihm nicht sein bester Freund von hinten auf den Rücken gesprungen und hätte dazu gegrölt "Falco lebt! Falco lebt! Falco lebt! Es lebe der Falke!" Das ganze U4 sah zu uns. Ich wollte mir ein Loch graben und mich darin versenken, aber leider haben ja schon alle gesehen, dass ich mit den beiden Spastis bekannt bin. Ich wühle mich zur Bar und ertränke meine Scham in Wodka.

- J. musste gestern nach nur einer Station aus der U-Bahn flüchten. Grund: die Garnitur war ein hoffnungslos überfüllter Tokio-Express. Zum Glück hatte sie keine 45er dabei.

- Mein Vater und mein Bruder sind seit heute Vormittag 11 Uhr lumpen! Muttern sitzt vor dem Fernseher und irgendwas teuflisches geht in diesem Gehirn vor. Ich habe mich soeben selbst davon überzeugt. Denn: ist sie offenkundig zornig, wird alles halb so schlimm für meinen Vater. Ist sie jedoch gut gelaunt, dann...naja...Paps, I´ll miss you!

Donnerstag, 7. Februar 2008

Was Östrogen bei Frauen alles anstellt...

So. Kann mich bitte jemand abstellen? Ich bin mir sicher, dass ich irgendwo an mir einen Knopf habe, den man einfach drücken muss und dann falle ich in einen gnädigen Winterschlaf. Wie diese Puppen, die die Augen schließen sobald man sie hinlegt. Gibt es Ärzte, die unerklärliche Gefühlszustände - Verzeihung, ich korrigiere: Gefühlszerrüttungen - Überempfindlichkeit, Appetitlosigkeit, verstärkten Nikotinkonsum erklären können? Bin einer Therapie mit Tabletten, gerne auch Psychopharmaka, durchaus aufgeschlossen!
Und nein, ich stehe nicht zwei Sekunden vor der Regel! Herrgott, wie oft habe ich das in den letzten Tagen gehört. Ich bin trotzdem guter Dinge, denn heute dürfte der vorläufige Höhepunkt meines sehr zu wünschen übrig lassenden Gemütszustandes sein.

Als ich gestern im Auto saß und Scheibenwischer für meine Augen herbei sehnte, fasste ich den ersten klugen Entschluss seit ungefähr 4 Tagen: Fahr doch an die Seite, heul dich aus, trink deinen Kaffe, rauch eine und dann fahr weiter. Ich stellte mein Auto ab und kramte nach den Taschentüchern. Erwähnenswert an dieser Stelle ist wohl noch, dass der Parkplatz nichtmal 200 Meter von meinem Zuhause entfernt lag. Weit war ich gekommen. Wahrlich weit...
Ich japste vor mich hin (wenn ich heule, dann japse ich laut der objektiven Beurteilungskraft anderer), trank meinen Kaffe, schüttete mir den Kaffe auf die Jacke, fluchte, rauchte, heulte noch mehr, nahm wieder einen Schluck Kaffe, schüttete ihn mir wieder auf die Jacke, fluchte, rauchte...und minütlich grüßt das Murmeltier?!?

Plötzlich klopfte es an die Autoscheibe. ACH! DU! SCHEISSE! Ich kann es schon nicht leiden, wenn ich vor Menschen heulen muss, die ich kenne, aber dann noch von einem Unbekannten ertappt zu werden lässt mich in ein tiefes Loch der Scham fallen.
Ich lasse das Fenster runter, verwische mir mit dem Taschentuch noch schnell die Wimperntusche über das ganze Gesicht und sehe ihn heulend-fragend-zitternd-japsend an. Er sagt zu mir: "Ich frage Sie jetzt gar nicht warum Sie weinen. Es geht mich nichts an. Außerdem habe ich mit meinen 59 Jahren schon so viel Erfahrung mit Frauen gesammelt um zu wissen, dass man manchmal einfach nur seinen Mund hält und der Dame was gutes tut. In diesem Sinne: ich überlasse ihnen mein Frühstück. Da sind ein paar sehr gute und gesunde Sachen drin. Sie weinen sich jetzt mal aus und dann essen Sie. Danach schaut der Tag ganz anders aus.

Mein "Danke, das ist so lieb von Ihnen. Sie sind der netteste Mensch auf der ganzen Welt" war für den Mann garantiert nicht verständlich, da ich ich während dem reden ja noch immer heulte.Aber ich denke das ein oder andere Wort wird er meinem "walisch" schon entnommen haben.

Das Frühstück war übrigens wirklich hervorragend. Es handelte sich dabei um ein verkaufsübliches Vollkornbrot mit Frühlingsaufstrich, einem selbstgemachten (?) Erdbeerjoghurt mit ganzen Stückchen, Wasser und eine Banane *speib*.
Was soll ich sagen? Nach dem Frühstück ging es mir wirklich besser. Vielleicht möchte mich ja der Mann als seine Enkelin adoptieren? Ich könnt nen Opi grad gut gebrauchen.

Mittwoch, 9. Januar 2008

Hypochonder-Woche bei Tchibo

Bei Tchibo kommen diese Woche die Allergiker, Gebrechlichen und Alten voll auf ihre Kosten. Kurz: das ist MEINE Woche!!
Zu günstigen Konditionen kann man sich mit Moorkompressen, Gehstöcken, Stützbandagen und Nahrungsmittelergänzungstabletten eindecken.

Als willfähriger Sklave der Medizin gefällt mir die Tabletten-Rationsbox am besten. Denn: während andere meistens versuchen ihre Verkühlung mit natürlichen Mitteln loszuwerden, setze ich voll und ganz auf Chemie in Tablettenform! Vielleicht nicht die gesündeste Variante, aber ich lebe nach dem Paracelsus "Alles ist Gift. Nur die Dosis macht, dass ein Ding Gift ist."

Tabletten sind gut und erleichtern das Leben. Als Histamin-Allergiker (kein Alkohol, Käse, Schokolade, Nüsse und Schlafen am besten im Stehen) werfe ich hie und da mal präventiv ein Cetirizin ein um mich ohne Reue jenen Völlereien hingeben zu können, die sonst Schmerzen verursachen. Käse (je stink, desto schmatz) und Weißwein spielen hier eine übergeordnete Rolle. Sollte man aber nicht wöchentlich machen. Zum Beispiel Alkoholzufuhr mit Cetirizin = normaler Kater am nächsten Morgen.
Alkoholzufuhr ohne Cetirizin = normaler Kater am nächsten Morgen inklusive Magenkrämpfe und Migräneschübe (was aber vom Schmerz her eigentlich schon egal ist).
Ohne dieses Medikament hätte ich mir schon so manchen Tag aufs Vollkornbrot schmieren können. Tage ohne dieses Medikament sehen nämlich folgendermaßen aus: Decke über dem Kopf, regungslos auf der Couch liegend. Mehrere Wege zum Klo (erst gehend, dann torkelnd, am Schluss kriechend). Hass auf jedes Geräusch. Glühender Hass auf einen selbst, weil man vergessen hat das Handy abzustellen und sich der Anrufer in jede Körperzelle bimmelt.

Ich bin aber davon überzeugt, dass auch diese Tage mit dem Heizkissen, dem Teufelskralle-Massagegel und dem Kirschkernkissen von Tchibo erträglich werden.

E-Mail

goodkatblog[at]gmail[dot]com

Kommentare

hahahahhaa
martin und ich haben uns amüsiert. kommentar...
ronny (anonym) - 24. Jul, 12:12
Tontaubenschießen...
man muss sich die Szenerie ja mal umgelegt auf das...
mirno_more - 23. Jul, 17:47
HA!
Ein Jägersmann! Aber GottseiDank nur der Chef!...
Scholli (anonym) - 23. Jul, 14:33

Web Counter-Modul

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Status

Online seit 256 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 24. Jul, 16:57

Betrunkenes
Diverse Spinnereien
EM 08
Frau Goodkat
Psycho
Reisen
Stöckchen
What the Fuck
Wir, ich und Du
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren