Diverse Spinnereien

Samstag, 5. Juli 2008

VERSUCHUNGEN

Heute beim Blumengießen in der M´schen Wohnung eine sensationelle Entdeckung gemacht. Eine Kiste voll mit Erinnerungsstücken seiner letzten Beziehung. Die war beschriftet mit dem Namen des Mannes, der Dauer der Beziehung und einer Adresse. Was will M. damit anfangen? Das Ding als Emotionsbombe an die Wohnadresse des armen Mannes schicken? Wenn ich mich recht entsinne, handelt es sich hier um den Typen, der nicht M. verlassen hat (wie wir es sonst gewohnt sind), sondern um denjenigen, der ausnahmsweise mal von M. verlassen wurde. Was mich wirklich verblüfft hat damals, scheut M. normalerweise keinen noch so dummdreisten Versuch eine Beziehung zu reanimieren. Ich begegne der armen, verlassenen Seele hin und wieder beim Fortgehen und muss dann Fragen beantworten wie: Geht´s ihm gut? Ist er noch im Ausland? Hat er noch seinen Freund? Ja. Ja und noch mal ja. Ich weiß Bescheid. Über alles. Auch über Dinge, die ich so genau nicht wissen will. Ich kenne sie alle, die Ex-Freunde von M. Jeder einzelne wurde mir vorgestellt, selbst wenn die Beziehung nicht mehr Lebenserwartung hatte als eine Fliege. Jeden muss ich kennenlernen, als wäre ich das emotionale Zollamt.

Papiere und Lebenslauf bitte. Mhm, mhm. Sind Sie auf der Durchreise? Oha, Sie gedenken länger zu bleiben? Moment, da muss ich erst mal den Stempel holen. Zu verzollen haben Sie nichts, oder? Ach, Altlasten ihrer verflossenen Liebe. Nun, die müssen Sie da lassen. Schöne Fahrt noch. Tschö, machen Sie´s gut.

Ich war versucht einen genaueren Blick in die Kiste zu werfen. Einen Blick unter die T-Shirts und Fotos. Einen Blick auf das Innerste der Kiste. Die Neugierde auf interessantere, materielle Erinnerungsstücke einer Beziehung, die nichts mit meinem eigenen Leben zu tun haben, war groß. Ich ließ es dann sein, weil ich Angst vor dem hatte, was unter Umständen tiefer drin sein könnte. Zum Beispiel ein Käfer, der da rein gekrabbelt ist, als er noch ganz klein war. Dann hat er sich durch die diversen Sachen gefressen, die so in der Kiste rumlagen, ist mittlerweile so groß wie ein Hund und wartet ganz unten darauf, dass irgendein Vollidiot (also ich) die Kiste öffnet, alles ausräumt und er demjenigen ins Gesicht springen kann. Ich werde auch das Gefühl nicht los, dass M. absichtlich irgendwas da rein getan hat (in der weisen Voraussicht, dass ich vielleicht irgendwann irgendwo verbotenerweise die Kiste öffne), das mir einen Herzinfarkt beschert.

Danke für die Versuchung. Danke, aber ...Nein Danke.

Freitag, 4. Juli 2008

RING FREI?

In den letzten vier Wochen hat man gesehen, dass Wien die Verkehrsströme trotz gesperrter Ringstraße bewältigen kann, was die Grünen dazu veranlasst die Forderung nach einem generell autofreien Ring zu stellen. Für immer.
Der Ring soll eine Flaniermeile für Fußgänger werden. Außerdem: mehr Platz für unsere Fiakerfahrer und jene, die das Fahrrad als ihr Fortbewegungsmittel auserkoren haben.

Generell ist zu sagen: Wenn die Grünen endlich mal einen Vorschlag bringen würden hinter dem ein durchdachtes Konzept steht, dann bin ich die Erste, die sich den Blödsinn zumindest mal anhört. Aber ich konnte in all den Pressemeldungen nicht ein einziges Argument finden, dass diesen Vorschlag auch nur annähernd untermauern würde.

Mir persönlich erschließt sich der Sinn hinter einem autofreien Ring nicht ganz. Nur weil die Leute dann einen Umweg machen müssen heißt das noch lange nicht, dass die Anzahl der Autos sich dramatisch verringert. Sie machen nur einen Umweg, sind länger unterwegs, höhere Feinstaubbelastung, mehr Sprit der verloren geht. Ein sehr geringer Prozentsatz würde seinen Arsch daraufhin in die von den Grünen so hoch gepriesenen Öffis schwingen und ihn auf einen der kaugummiverklebten Sitze platzieren.

Die Öffis sind für viele ein Albtraum. Zu voll, zu laut, zu spät. Man starrt geradeaus und zählt in stummer Wut die verbleibenden Stationen in denen man sich noch den Ellbogen vom Vordermann in den Solar Plexus und den Rucksack des Schülers in den Rücken quetschen lassen muss. Wenn man raus muss kommt man nicht umhin alle im Weg stehenden zu rempeln, weil ja niemand gewillt ist auch nur einen Nanocentimeter Platz zu machen. Kommunikation in Form von einem „Verzeihung, darf ich mal“ ist selten zielführend. Oder hatten sie schonmal bei einem Ihrer iPodverstöpselten Sitz-/Stehnachbarn Erfolg?
Vergesst es. Leute die mit ihrem Auto unterwegs sind, haben gute Gründe dafür. Auch wenn sich diese Gründe nur für die jeweilige Person erschließen.

Nehmen wir mal mich als Beispiel. Ich wohne „innergürtlisch“. Sprich: innerhalb des Gürtels. Genauer: Margareten, 5. Bezirk. Das bedeutet, dass ich zu meinem am Stadtrand gelegenen Arbeitsplatz mit dem Auto fahre. Die Firma ist ungefähr 15 Autofahrminuten von mir entfernt. Ich brauche 10. Sofern nicht lauter Superdödel vor mir fahren.
Mit den Öffis wäre ich jeden Tag eine Stunde unterwegs. Und dann noch mal ne Stunde nach Hause. Gesamte Zeitverschwendung: Zwei Stunden. In zwei Stunden ist viel erledigt: Café trinken am Naschmarkt, Wäsche waschen, Nachmittagsschläfchen.... die Liste kann ich unendlich fortführen.

Meine Freizeitaktivitäten beschränken sich allesamt auf die Bezirke: 1, 4, 5, 6, 7. Diese Strecken gehe ich zu Fuß. So gut wie immer. Außer es regnet, stürmt und/oder schneit, bin zu faul, oder schon spät dran. Oder sternhagelvoll. Dann fahre ich mit der U-Bahn oder dem Bus und betreibe „Social Spotting“. Ich bin also nicht immer ein Ökoschwein, aber deshalb macht mir U-Bahnfahren auch nicht Spaß. Viel mehr ist es ein notgedrungenes Mittel mich von A nach B zu bewegen. Ich hasse es, wenn ich ehrlich bin. Ich würde niemals aus dem Umweltgedanken heraus die Öffentlichen benutzen. Ich tue es aus dem rein egoistischen Gedanken heraus, wenn ICH gerade Bock dazu oder keine andere Wahl habe.
Ich bin kein gutes Vorbild. Noch nie gewesen. Und bevor man mit mir ein Exampel statuiert, sollte man lieber die nette Oma fragen, die sich mit dem künstlichen Hüftgelenk gerade über die Stufen der Straßenbahn quält.

Werfen wir also lieber einen Blick auf jene Zielgruppen, denen ein Freude mit der Erschließung des Rings in eine riesige Fußgängerzone (kurz "Fuzo") gemacht werden könnte.

Die Fußgänger
Über den gesamten Ring erstreckt sich ein schöner, großer Fußgängerweg. Ich denke, dass sich sämtliche Passanten wohl fühlen auf diesem Bürgersteig und jeder mit ein bisschen Rücksichtnahme und Respekt genügend Platz hat. Sogar ich gehe gerne über den Ring. Ich habe mir nie gedacht „Oida, kann der Affe vor mir nicht mehr Platz machen? Ich habe schließlich ein Recht auf eine Intimsphäre, die einen Radius von 15 Metern (Minimum!) beinhaltet." Wirklich, ich habe mir das noch nie gedacht! Und bekannterweise hasse ich die meisten Menschen. Also wenn ich als Misanthrop mich auf diesem Fußgängerweg frei entfalten kann, dann ist eine Ausdehnung dieser Flaniermeile auf geschätzte 40 Meter Breite (Platz für Radweg und Straßenbahn bereits abgezogen) somit wohl weder notwendig noch gewünscht.

Die Radler
Nicht unbedingt meine Freunde, muss ich zugeben. Die Wenigsten sind sich darüber bewusst, dass sie drei Mal soviel aufpassen müssen, wie der Autofahrer, wenn sie nicht unter die Räder kommen wollen. Trotzdem schießen sie aus dunklen Gassen heraus wie die Wilden und es werden immer mehr. Die meisten Radler, die mit den ersten Sonnenstrahlen die U-Bahn stehen lassen und sich auf den Drahtesel schwingen sind bekanntermaßen Autonazis. Die fahren auch in Urlaub mit der Bahn. Die machen ja auch im verregneten Österreich Urlaub. Was den meisten Drahtjunkies aber nicht bewusst ist: Es reicht nicht das Gleichgewicht halten zu können und über genug Muskelkraft zu verfügen um sich vorwärts strampeln zu können, man sollte gerade als Radfahrer vorausschauend fahren. Letztens hätte ich beim Abbiegen beinahe einen Radler mit dem Heck abgeschossen, weil sich dieser

a) im toten Winkel befand und
b) absolut keine Anstalten machte rechtzeitig abzubremsen, wenn er sieht dass ein Auto abbiegen will und er verdammt nochmal
c) sich auch noch aufgeführt hat als wäre ER derjenige der hier mit einem 1,5 Tonnen Gefährt unterwegs ist.

Und ich bin wirklich jemand, der Angst vor dieser Randgruppe der Radfahrer hat. Weil man in jedem Fall dran ist, wenn ein Unfall passiert in dem ein Rad und ein Auto involviert ist. Egal, ob der Radler Schuld hat oder nicht. Deshalb versuche ich diese Personen großräumig zu umfahren und wechsle sofort die Spur wenn einer vor mir fährt.
Diejenigen, die wirklich professionell auf diesen Todesgeschossen unterwegs sind tragen meistens aerodynamische Helme, enge Shorts, noch engere Shirts, rasieren sich die Beine und fahren bei der Tour de France mit. Apropos Helm: Die wenigsten haben einen auf im Alltag. Sehr klug, wenn man im worst case von einem Auto abgeschossen wird und mit einer Geschwindigkeit durch die Luft geschossen wird, dass man seine Gehirnwindungen von der Straße aufklauben kann, sollte der Aufprall von einer weichen Hausmauer abgefangen werden.

Tut leid Jungs und Mädels, aber ich finde eure Attitüde zum Speiben. Habt ihr keinen angeboren Überlebenstrieb? Kommt mal ein bisschen klar! Ein paar kleine Veränderungen im Verhalten als Teilnehmer des Straßenverkehrs und ihr habt in mir, die ich eine passionierte Autofahrerin bin, eine wahre Freundin gefunden. Aber ich will nicht ständig auf euch aufpassen müssen, weil ihr die Triester Straße mit einer grünen Blumenwiese verwechselt und verträumt die Spur verwechselt ohne dabei auch nur ein einziges Handzeichen zu machen. Wer nicht einhändig Radfahren kann, der hat in der Verkehrshölle nix verloren! Da draußen sind viele Irre mit mehreren PS unterwegs! Spätpubertäre in 3er BMW´s die zwar seit 2 Tagen den Führerschein und zuviel Testosteron, aber dafür keinen Blinker haben. LKW-Fahrer, die seit 3 Wochen durchgehend wach sind! Hutfahrer! Pensionisten, die mit 12 Dioptrien auf beiden Augen und ohne Brille unterwegs sind. Frauen, die in niedlichen kleinen Beetles fahren und keine Ahnung haben, dass ihr Auto fünf Gänge hat. Menschen mit Mödlinger Kennzeichen! Meine Fresse für diese Todesverachtung habt ihr meinen vollen Respekt.

Hm. Ich habe vor geraumer Zeit den eigentlichen Faden verloren. Autofreier Ring. Werfen wir einen Blick nach Rom. Ich erlebte dort einen autofreien Tag. Es war ein Feiertag und ich habe keine Ahnung wie oft die das machen, aber dafür könnte man sogar mich begeistern. Die Öffis konnte man an diesem Tag umsonst benutzen. Das ist doch mal ein Angebot? Und was im Land von Gucci, Prada, Spagetti, Tortellini und Gelati funktioniert, kann doch im seligen Wien nicht so ein Problem darstellen, oder? Man setzt mit einem autofreien Tag auch gleich ein widersprüchliches Zeichen, nämlich für die Umwelt und gegen steigende Benzinpreise. Es ist eh schon 5 nach 12. Was in den letzten Jahren an der Umwelt verbrochen wurde, machen wir mit den paar Energiesparlampen nicht wieder gut. Das IST traurig. Und das ist wahr. Aber ich hab grad keinen Bock diesen Punkt auch noch abzuhandeln.

Fassen wir kurz zusammen: Autofreier Ring ist ein großer Haufen Hundescheisse. Autofreier Tag: bin dafür. Aber das ist Zukunftsmusik. Bis die Stadt Wien dafür eine Lösung gefunden hat, bei der sie sich nicht an allen Ecken und Enden ein Bein stellt, fließt noch viel Wasser die dreckige Donau hinab.
Ich bin vielleicht ein Ökoschwein, aber auch Ökoschweine haben ein Gewissen. Mein Fernseher läuft nicht auf Standby. Ich gehe mindestens genau so viel zu Fuß, wie ich mit dem Auto fahre. Ich mag die Kärntner Straße, wegen der Fuzo. Ich habe keine Energiesparlampen, schaffe mir aber in dem Moment welche an, in dem ich endlich ansehnliche Deckenleuchten für mein Refugium erstanden habe. Ich fahre mein Laptop nach Beendigung dieses Beitrages komplett runter.

Dienstag, 17. Juni 2008

Eine Philosophie

09_15_2

..die ich auf dem Klo des Badeschiffs gelesen, für wahr befunden und abgelichtet habe. Sag noch einer man könne auf einem Klo keine Erkenntnisse für sich selbst erschließen.

Montag, 9. Juni 2008

BANANARAMA

Mein Leben ist derzeit unbeeindruckend. Total unblogbar. Hm. Ja, so ist das wohl. Ich könnte mir selbstverständlich auch irgendwas aus der Nase ziehen, wie zum Beispiel: Ein 2 Meter großer Hamster hat ein Dorf angegriffen und ich war zufällig in der Nähe. Hab alle gerettet, es geht den Menschen gut. Sie sind noch ein wenig verängstigt und stehen unter Schock, aber sonst ist alles okay. Den Riesenhamster habe ich mit meinen bloßen Händen erlegt und ihm das Fell mit den Zähnen abgezogen. Habe es als Bettvorleger behalten.

Ja, mir fehlt sogar die geistige Willenskraft um über meine Mitmenschen abzulästern. Himmel, wenn mein Gehirn noch lange im Leerlauf verweilt, werde ich am Ende auch noch nett. Es schwirren im Oberstübchen zwar ein paar Worte hin und her, aber die benötige ich um im Job vollständige Sätze zu sprechen. Wenn ich nicht aufpasse, würde ich sonst vollkommen unverständliche, einzelne Wörter ausspucken, bei denen sich niemand auskennt, wie zum Beispiel: BANANARAMA (ich hasse Bananen. Aber dieses Wort hat das Potenzial zum Satzfüller. Zum Beispiel: Ach! Das ist doch BANANARAMA! Oder: Du bist total Bananarama. Oder : Ich find das Bananarama!

Frito Bandito ist auch so ein Wort. Heute gelesen und bamm...ist es in meinem Kopf.

Also, um es kurz zu sagen: Mein geistiges Niveau hockt im Kasten und heult. BANANARAMA!

Mittwoch, 4. Juni 2008

MAKABERES

Gestern habe ich mir Gedanken darüber gemacht, wie meine Grabinschrift lauten soll.
Das kann man jetzt sehr makaber finden, aber es handelt sich hier um MEIN Grab und ich möchte keinen Stein auf dem in 08/15 Manier steht:

VORNAME NAME
21.07.1981 - xx.yy.zzzz

Irgendein Zitat á la "Du wirst immer bei uns sein".


Nö. Will ich nicht. Mag ich nicht.

Mein Grabstein muss so aussehen:

(Doppel)Vorname Name
21.07.1981 - ????

ROOMSERVICE PLEASE


Alternativen zu obigem Zitat:
Kennst du dieses eine Lied? Das geht so: DÖDÖDÖDDADADAAAAAH! Hm? Nein? Scheisse.
Wie seht ihr denn aus?
Ihr wart auch das letzte Mal da.
Die fetten Jahre sind vorbei.
Es kam anders.

Kann mich noch nicht ganz entscheiden. Ganz wichtig: KEIN Bild! Kein Rasen! Nur kalter, nackter Stein!

Wenn ich´s mir recht überlege, will ich dann doch lieber verbrannt werden.

Mittwoch, 21. Mai 2008

SCHMERZ AND THE CITY

Als ich eines Tages in M´s Wohnung zitiert wurde und nach fünf Stockwerken peinvollem Stiegensteigen oben angekommen war, bot die sonst so liebevoll von Putzfrauenhand gepflegte Wohnung ein Bild der Verwüstung. Überall standen Kisten an denen man nicht erkennen konnte, ob sie gerade eingepackt oder ausgepackt wurden. Bilder und Bücher lagen verstreut in der Gegend, Kleidung am Boden, Essensreste und leere Weinflaschen auf der Kommode. Spontan dachte ich daran, dass er flüchten will.

"Ich helfe dir nicht, eine Leiche zu vergraben. Sogar ich habe so etwas wie Moral und Anstand." machte ich ihm gleich zur Begrüßung klar.

"Leichen! Genau darum geht es hier! Liebesleichen! In 32 Lebensjahren haben sich derartig viele Überbleibsel von Ex-Beziehungen hier angesammelt, die müssen alle weg."

Ach, es ging ihm also darum die Wohnung zu entrümpeln! Fraglich war nur, was davon noch übrig bleibt, wenn wir damit fertig sind. M. und ich öffneten also eine neue Flasche Wein und machten uns an die Arbeit. Fein säuberlich zerstückelten wir die leblosen Beziehungsleichenteile, steckten sie in schwarze Säcke und warfen sie weg. Nachdem alle Müllsäcke im Containerraum verstaut waren, sagte M. ganz deprimiert: "So viele Versuche und genau so oft gescheitert. Woran liegt´s? Bin ich nicht lustig genug? Nicht intelligent genug? Die haben alle mich verlassen. Ich war nie die treibende Kraft."

“Ach bitte, wenn du eines nicht tun sollst, dann dich nie, niemals an den Standards von anderen Leuten zu messen. Du würdest immer verlieren.“

„Aber ich fühle mich auf einmal so einsam.“

Einsam? Ich stand doch direkt neben ihm! Wieso fühlte er sich so einsam? Ich fühlte mich mit einem Mal total fehl am Platz, weil meine Anwesenheit ihm in seiner Trauerphase nicht genügte. Ich war an diesem Abend „nur“ die beste Freundin. Vorwurf konnte ich ihm daraus keinen machen, denn dieses Gefühl schleicht sich manchmal auch in mein Leben und mit einem Mal waren wir gemeinsam einsam. Eine bleierne Schwere lag in der Luft. Wir sahen stumm und teilnahmslos in den Fernseher, rauchten gelangweilt vor uns hin, tranken traurig in uns hinein.
Ich wusste, dass ihm zum Heulen zumute war, aber da er ähnlich gestrickt ist wie ich, behält er seine Tränen für sich, bis ihn niemand mehr sieht. Und genau in diesem Moment, wenn er ganz alleine ist, wünscht er sich, dass er doch fünf Minuten früher zu weinen begonnen hätte, als noch jemand da war, der ihn in den Arm nimmt, über den Kopf streichelt und ihm beruhigende, nette Worte sagt. Aber weder er noch ich machen unsere Trauer öffentlich. Das können wir nicht, weil wir so bemüht sind unsere eigene Verletzlichkeit so gut es geht zu kaschieren. In den seltensten Fällen, wenn die Tränen schon in den Augen stehen, kullern sie vor anderen Leuten über unsere Wangen. Dann schämen wir uns und vergraben sofort unser Gesicht.

An diesem Abend konnte M. aber nichts mehr zurück halten. „Ich will mich nicht so einsam fühlen“ quietschte er noch und dann ging die Heulerei los. Ich ließ ihn heulen, sich bemitleiden und wieder heulen. Ich war selbst unfähig irgendetwas zu sagen, weil mir selbst schon die Tränen aufstiegen. Als er sich wieder halbwegs beruhigt hatte, sagte er: „Lass mich heute bitte nicht alleine schlafen.“

Brauchen wir das von Zeit zu Zeit? Diesen aufkeimenden Weltschmerz, sich unverstanden, ungeliebt und alleine zu fühlen? Sind wir undankbare Wesen, die ihre Familie und Freunde nicht schätzen, weil unsere Liebschaften uns derart aus dem Gleichgewicht bringen können? Sind Herzen wirklich nur dazu da, um gebrochen zu werden? Ich begreif es nicht. Es gibt da diesen Moment in manchen Beziehungen, da sieht man den anderen an und stellt fest, dass irgendwas sein Gleichgewicht stört. Meistens befürchtet man, dass der Grund dafür man selbst ist.

Ich verliebe mich gerne. Ist sowas wie ein Hobby von mir. Und ohne diese Seelenpein, die einen sofort ereilt, wenn etwas vorbei ist, wäre ich wahrscheinlich nur ein halber Mensch. Wirklich. Irgendwie macht dass Spaß, wenn man in der Therapiestunde da hockt und endlich mal wieder einen Grund hat um von seinen wirklichen Problemen abzulenken. Man hat Angst, sein Leben von Grund auf total verkorkst zu haben, da liegt es nahe sich mit Liebe(skummer) zu beschäftigen. Um nicht ganz alleine mit seinem Packerl am Rücken durch die Welt zu gehen, sucht man sich also jemanden. Wozu? Um gemeinsam einsam zu sein? Wo ist sie denn hin, die Liebe, von der alle reden? Ein seltener Gast, wie mir scheint. Unhöflich und verschwenderisch. Sie klopft bei dir an, ohne sich vorher anzumelden und kann genau so schnell wieder verschwinden. Eben war sie noch in dir, plötzlich ist sie weg. So überraschend wie sie gekommen ist. Sie macht um die Suchenden einen großen Bogen, erfüllt manchmal jene, die nichts mehr zu finden gewagt haben und manch einem zeigt sie sich überhaupt nie.

Ist die große Liebe eines Lebens nur eine Sage? Ein Märchen, das uns einmal von unseren Eltern erzählt wurde und die sie selber vielleicht nie gelebt haben? Hat man das Recht auf mehrere große Lieben? Sollen M. und ich vorsichtshalber schon mal einen Grabstein aufstellen mit der Inschrift: Hier liegen die großen Lieben von M. und C. Sie hatten jeweils eine. Mögen sie in Frieden ruhen.

M. ist der festen Überzeugung, dass man sie nur ein Mal im Leben trifft. Ich nicht. Die große Liebe meines Lebens empfinde ich für mehrere Menschen. Meine Eltern. Meine Geschwister. Trennungsschmerz. Man kann ihn auch empfinden, wenn man eine Schwester hat, die mehr als 800 Kilometer von einem entfernt wohnt. Voller Wehmut denke ich an sie. Plötzlich und unerwartet. Wenn ich mir einen Kaffee mache und dabei an ihr einzigartiges Lachen denken muss, an ihren Humor oder daran wenn sie einem mit voller Absicht auf den Senkel geht und eine Riesenfreude hat, wenn man genervt aus dem Haus rauscht. Diese kleine Geste, wenn sie mir eine Strähne hinter das Ohr streicht, mich kurz ansieht um zu wissen, ob alles in Ordnung ist. Dann habe ich tiefen Liebeskummer.
Es ist schwer einen Menschen zu finden, der einen bedingungslos liebt. Mir war das Glück zuteil geworden, gleich mehrere zu haben.

Ja, ja wir brauchen das. Wir wollen manchmal unglücklich sein. M. und ich zumindest. Wir brauchen das Gefühl der Schwermut in uns, damit wir uns nach der Trauer erinnern, wie gut es uns eigentlich geht. Damit wir uns daran erinnern, verpassten Gelegenheiten nicht nachzuweinen, sondern sie zu ergreifen.

An diesem Abend, als wir beide nicht einschlafen konnten, stand ich auf, holte den abgegriffenen Zettel hervor auf dem wir einst Erich Kästner´s Gedicht „Kleines Solo“ geschrieben haben, weil wir so ergriffen waren von soviel Emotion, die diese Worte in unser Herz sandte und las ihm vor:

Kleines Solo

Einsam bist du sehr alleine.
Aus der Wanduhr tropft die Zeit.
Stehst am Fenster. Starrst auf Steine.
Träumst von Liebe. Glaubst an keine.
Kennst das Leben. Weißt Bescheid.
Einsam bist du sehr alleine -
und am schlimmsten ist die Einsamkeit zu zweit.

Wünsche gehen auf die Freite.
Glück ist ein verhexter Ort.
Kommt dir nahe. Weicht zur Seite.
Sucht vor Suchenden das Weite.
Ist nie hier. Ist immer dort.
Stehst am Fenster. Starrst auf Steine.
Sehnsucht krallt sich in dein Kleid.
Einsam bist du sehr alleine -
und am schlimmsten ist die Einsamkeit zu zweit.

Schenkst dich hin. Mit Haut und Haaren.
Magst nicht bleiben, wer du bist.
Liebe treibt die Welt zu Paaren.
Wirst getrieben. Mußt erfahren,
daß es nicht die Liebe ist ...
Bist sogar im Kuß alleine.
Aus der Wanduhr tropft die Zeit.
Gehst ans Fenster. Starrst auf Steine.
Brauchtest Liebe. Findest keine.
Träumst vom Glück. Und lebst im Leid.
Einsam bist du sehr alleine -
und am schlimmsten ist die Einsamkeit zu zweit.
(Erich Kästner)


Was soll man dazu noch sagen, außer: Verliebe dich! So oft du kannst! Denn was Herr Kästner oben beschrieben hat ist, meine Damen und Herren, ein sehr sehr erlesener Schmerz, den man für die Verliebtheit und die Liebe jedes Mal in Kauf nimmt.

Freitag, 2. Mai 2008

AUS DER SERIE "DINGE, DIE DIREKT AUS DER HÖLLE KOMMEN". KAPITEL 1: DIE KAFFEEMASCHINE

Auszug aus dem Skype-Chat:

C: Hast du mich lieb?
M: *seufz*
C: Halloooooo? :-(
M: Du fragst doch nur aus einem einzigen Grund. Es ist dir egal, ob ich dich lieb habe oder nicht (und btw: momentan hab ich dich so gar nicht lieb), weil du nämlich etwas von mir willst.
C: Stimmt ja gar nicht! Ich will nur hören, dass mich wer lieb hat :-)
M: ....Mhm. Du unglaubwürdiges kleines Luder.
C: Danke! Eine Frage noch: Wenn du mich wieder lieb hast und das ist bestimmt bald, nimmst du mir dann aus New York das iPhone mit? Oder den iTouch?
M: HERR IM HIMMEL HILF! Wenn du stirbst, dann werden sich deine letzten Worte noch immer um das iPhone drehen.

Sehen Sie liebe Leser? Ich bin hier das Opfer. Dabei habe ich gestern noch alle 345 Blumen von Herrn M. gegossen, der ja mindestens noch 4 Wochen außer Landes ist. Und dann bekomme ich noch nichtmal das iPhone! ICH BRAUCHE DAS iPHONE! Und während ich mich der Vorstellung hingab, wie mich alle wegen meines Hi-Tech Gerätes hassen, wollte ich es mir gestern nach dem Blumengießen noch im M´schen Domizil gemütlich machen. Das Wetter ließ zwar ein Sonnenbad auf der Dachterasse nicht zu, dafür habe ich es mir mit einem Stapel Magazine auf seiner Couch bequem gemacht, die Surroundanlage angeschaltet und wollte mir einen Kaffee zu meiner Zigarette gönnen.

Dies bedeutet natürlich zwingend, dass ich mich mit seiner Kaffeemaschine befassen muss. Ich hasse dieses Drecksding. Diese Maschine kann alles. Espresso, Latte Machiatto, extra groß, extra klein, zwei Tassen, eine Tasse, Milchschaum, etc. Das Problem an der Sache ist: Die will irgendeine Leistung, bevor sie Kaffee macht! Jedes Mal, wenn ich mit meiner "I LOVE JOHNNY DEPP" - Tasse zu ihr trabe steht auf diesem Besserwisser-Display entweder "Bohnen aus" oder "Wasser aus" oder "Entkalken". Herrschaftszeiten! Diese Maschine führt einen persönlichen Krieg gegen mich. Ich bin die Einzige, die immer erst arbeiten muss, bevor sie mir Kaffee gibt. Jeder andere nimmt sein Häferl, stellt es hin, sucht sich die Zubereitungsart aus, drückt auf den Knopf und schon fließt warmer Kaffee aus ihr raus. Nicht bei mir. Sie hat das noch nie getan! Mehrmals wollte ich sie schon überlisten und schickte jemand anderen Kaffee holen, aber auch dann streikte sie.

Gut. Ich habe ja damit gerechnet, dass ich wieder meinen Beitrag leisten musste. Ich gebe ihr also Bohnen, fülle Wasser nach und suche die schweineteuren Entkalkungstabletten in der ganzen Küche. Dann...endlich! Ich bin fertig. Ich stelle meine Johnny Depp Tasse hin, entscheide mich für einen Latte und drücke den Knopf. Vor lauter Erregung und Vorfreude auf die braune Brühe bekomme ich Herzklopfen, aber....nichts. Es tut sich nichts. Ich schalte die Maschine ein und wieder aus. Nichts. Ich bitte sie höflich: Du hast doch alles von mir bekommen, was du möchtest! Jetzt hätte ich gerne einen kleinen Gefallen von dir!" Nichts. Ich werde bestimmt: "Gut du kleine Schlampe! Mach mir jetzt Kaffee oder ich zieh den Stecker!" Nichts. Ich flehe, drohe, bitte, befehle und weine sogar fast. Nichts.
Während die Kaffeemaschine und ich unseren Konflikt versuchen zu lösen, höre ich auf einmal Schritte im Vorzimmer. Ich erstarre. Wer sollte denn sonst noch den Schlüssel haben? Ich bin doch die Blumengießer-Beauftragte, die Hunde sind bei M´s Lebensgefährten. Es gäbe also für niemanden einen Grund sich in dieser Wohnung aufzuhalten.
Ich stelle fest: Ich werde bestimmt gleich das Opfer eines Einbrechers. Ob er bewaffnet ist? Will er Geld oder Leben? Sieht er gut aus? Die Schritte gehen vom Vorzimmer in das Gästezimmer. Er scheint sich da drin umzusehen. Ha! So ein Penner! Weiß doch jeder Amateur, dass die teuren Sachen im Safe hinter dem Bild hängen. Und der Safe befindet sich natürlich immer im Wohnzimmer. Huch! Was, wenn er von mir die Kombination wissen will? Was, wenn es da drinnen gar keinen Safe gibt? Ich hab´s doch selbst immer nur im Film gesehen.
Ich höre, wie er aus dem Arbeitszimmer wieder ins Vorzimmer geht. Ich muss mich bewaffnen, bevor der Räuber gleich in die Küche kommt. Oder soll ich mich im Abfalleimer verstecken? Ich entschließe mich für beides: Bewaffnen UND später verstecken. Ich ziehe die Schublade leise auf. Lange Messer, kurze Messer, stumpfe Messer, scharfe Messer, Gabeln, Löffel...alles da, was man sich in so einer Küchenlade erwartet. Ich habe irgendwie Angst davor wirklich ein Messer zu verwenden. Am Ende bringe ich mich damit noch selber um, also entscheide ich mich für eine Parmesanreibe und den Schneebesen. So "bewaffnet" stelle ich mich in den Türstock und linse vorsichtig um die Ecke. Nichts zu sehen. Ich ziehe meinen Hals in eine giraffenartige Länge und schiele noch weiter auf den Gang hinaus. Und da steht er! Der Kerl öffnet die Post von M.! Vor lauter Schreck ziehe ich den Kopf zu schnell wieder ein und donnere damit gegen den Türstock. Ich muss vor Schmerz schreien. Der Einbrecher, mindestens genau so erschrocken wie ich, lässt all die Briefe fallen, stößt einen Schreckenschrei aus und zieht den Kopf vor dem heranfliegenden Schneebesen ein, den ich zur Abwehr in seine Richtung geworfen habe. Ich hole gerade mit der Parmesanreibe aus, als ich erkenne, dass es sich um Marius handelt. M´s Lebensgefährten.

Er sieht mich an, wie man Menschen nunmal ansieht, von denen man mit einem Schneebesen und einer Parmesanreibe bedroht wurde. Als würde ich eine Gummizelle und Opium viel dringender benötigen als irgendetwas anderes.
Ich habe mich also mal wieder zum Affen gemacht. Betreten und beschämt sehe ich auf die Parmesanreibe, die noch immer in meiner Hand ist und bin aber irgendwie doch froh, dass ich nicht, wie es Beatrix Kiddo in Kill Bill getan hätte, das Fleischermesser mit der 25cm Klinge genommen habe. Mein einziger Trost ist, dass M. wie eine Frau schreit. Aber ich glaube, das dürfte ihm ziemlich egal sein - immerhin liegt er mit einem roten Kopf auf der Couch und hält sich den Bauch vor Lachen. Er kriegt kaum Luft, weil er zwischen seinen Lachanfällen "Schneebesen" stammelt. Möchte ihm vor lauter Zorn den Hals zudrücken, bis seine Gesichtsfarbe lila wird.
Nachdem er eine Weile gelacht hat, bitte ich ihn sich die Kaffeemaschine mal anzusehen, weil sie einfach nicht funktioniert. Wir gehen in die Küche, er stellt sich vor die Maschine und sagt: Wieso? Was soll denn nicht funktionieren? Das Display sagt "Bitte wählen". Er drückt auf den "Mach Kaffee"-Knopf und, siehe da, es läuft auch welcher in meine Tasse. Wutentbrannt ziehe ich die Tasse weg und verlasse die Küche. Jedoch nicht, ohne dieser Höllenmaschine den Mittelfinger zu zeigen.

Samstag, 26. April 2008

KOSENAMEN. ODER: WARUM MEIN THERAPEUTEN-TEAM KEINE AHNUNG HAT, WANN ICH ENDLICH GEHEILT SEIN WERDE.

Ich gebe meinen Mitmenschen mit einer Leidenschaft Kosenamen, die schon an eine wahre Obsession grenzt.
Diese Kosenamen gestalten sich nicht zwingend aus der Abkürzung des eigenen Namens, vielmehr handelt es sich dabei
oft um folgende Formel:

Name des Opfers + eigene Fantasie + irgendein Wort, das in seiner Intonation zum Namen des Opfers passt + Gegenstand den man mit der Person verbindet + Comicfiguren + Tiere + evtl. Nachname + das dranhängen eines "i" = Kosename den betreffende Person am besten nie erfährt.

Man muss nicht zwingend alle oben angeführten Elemente addieren, sondern kann je nach Lust und Laune die Formel anwenden. Was dabei rauskommt ist eh immer gleich schlimm. Für die anderen. Deshalb sage ich auch nur den allerwenigsten, wie sie wirklich in meinem kleinen kranken Kopf heißen. Und wenn ich Frau Rön-Barön-Riddl-di-Diddl-Schneggischneckschnubbschnubb nicht hätte, die ich so ziemlich alles heißen darf, was ich will, dann müsste ich an all den aufgestauten Kosenamen irgendwann ersticken, wie eine Katze an ihrer Haarkotze.

Ich kann das doch niemanden gestehen, wie ich ihn gerne nennen würde. Das geht schon alleine aus Rücksicht auf dessen Gefühle und meine Gesundheit nicht! Außerdem hätte ich dann in meinem Leben keine Familie, keine Freunde und keinen Spaß.

Mir ist mal bei einem meiner Ex-Freunde der für ihn zugeteilte Kosename vom tiefsten Inneren aus dem Mund entfleucht. Er sah mich nur mit großen Augen an. Sie können sich vorstellen, dass ich in dieser Nacht keinen Sex hatte. In der darauf folgenden übrigens auch nicht. Ich glaube, er vermied es sogar mich anzusehen. Hauptsächlich lag er apathisch am Rücken, zwirbelte geistesabwesend meine Haare und starrte die Decke an. Hin und wieder ein Seitenblick zu mir, mit der Frage in den Augen, ob ich meine Tabletten schon genommen hätte, dann wandte er sich wieder der Decke zu.

Es war kein gemeiner Name. Es war ein Kosename! Kosi kosig eben. Aber Männer reagieren ja auf sowas bekanntlich etwas verschreckt.

Wer sich noch immer denkt, so schlimm kann das nicht sein, hier eine kleine Auswahl anhand dreier repräsentativer Personen. Die richtigen Namen werden an dieser Stelle natürlich nicht verraten. Sonst müsste ich diesen Blog hier schließen, ein One-Way-Ticket nach Brasilien lösen und mit Koffer, Katze und dem ganzen Klumpat abhaun.
Here we go!

Person A: Rön, Rönzl, Rönzi, Rennschneck, Riddl-di-Diddl, Schneckischneck, Schneckischneck-Schnubbschnubb, Sonnenstichlerin, usw.
(Wer das ist, ist wirklich schwer zu erraten, aber ich darf ja :-) ).

Person B: Bogi-Bär, Bortschi, Bööööörtsch, Böööörtschl

Person C: Bintschl, Binni, Binnotschi, Schnupfl, Schnöpf, Hasi-Binnotschi

Das waren noch die "normalen" Namen. Es geht noch schlimmer. Aber ich hab ja heute Morgen schon gefrühstückt, meine Tabletten genommen und da meldet sich dann doch hin und wieder mein Gehirn, das wild in meinem Kopf hin und her hüpft, mit seinen Fäusten gegen meine Schädeldecke hämmert und brüllt: LASST MICH HIER RAUS! DIE MACHT, WAS SIE WILL! HALT ENDLICH DEINE FRESSE! HALT DEINE FINGER STILL! SCHREIB DOCH NICHT JEDEN SCHEISS INS INTERNET! SAUF NICHT MEINE GEHIRNZELLEN WEG! ALTER, TABLETTEN! ICH BRAUCH NOCH MEHR VON DIESEN TABLETTEN!

Hmmm, .....öööööhm....hehehehehe.....wenn ich nie wieder trinke, erfährt Slurrpi vielleicht nie, dass Slurrpi, Slurrpi heißt. Und Möhrli auch nicht.

Mit den besten Grüßen,
ICH (und die anderen)

PS: Oben angeführter Text wurde nüchtern geschrieben. Glaubt wahrscheinlich eh keiner.

Donnerstag, 24. April 2008

WEISHEITEN DER WOCHE. UND SO.

- Meine Leber wächst mit ihren Aufgaben. Trotz ausuferndem Alkoholkonsums alles in Ordnung. Außerdem: Cholesterinwerte im Normbereich. Altersdiabetes in weiter Ferne. Sehkraft gleich schlecht zum Vorjahr geblieben. Muss mich stark wundern. Meine einzige Schwachstelle dürfte wohl nur Kryptonid sein.

- Heute das Buch "Generation Doof" bestellt. Wer mit dem Titel nichts anfangen kann, hier der Klappentext: Niklas glaubt, der Dreisatz wäre eine olympische Disziplin. Latoya kennt drei skandinavische Länder: Schweden, Holland und Nordpol. Und Tamara-Michelle hält den Bundestag für einen Feiertag. Einzelfälle? Mitnichten. Eine ganze Generation scheint zu verblöden. Der Staatsanwalt von nebenan erzieht seine Kinder mit der Spielkonsole. Germanistikstudenten sind der deutschen Sprache nicht mehr mächtig. Eine Karriere als Popstar erscheint dem Bäckerlehrling verlockender als eine solide Ausbildung.
Dieses Buch geht der Frage auf den Grund, wie es wirklich um die Mütter, Väter und Bundeskanzler von morgen steht.

Soso, du fühlst dich nicht angesprochen, mein liebster Leser? Naja, ich muss dir aber leider sagen: Die meinen uns! Nix da mit der „MTV Generation“ oder „Urban Bobos“. Wir sind Generation Doof!
Und jetzt mal abgesehen davon, dass ich davon überzeugt bin, dass ein Großteil von den jungen Leuten über immense Bildungslücken verfügt, will ich mal über ein anderes Phänomen unserer Generation sprechen. Wer von euch hätte denn ein großes Netzwerk ohne die Social Network Plattformen, wie XING, sudiVZ, meinVZ, facebook etc.?
Oder anders gefragt: Wie würdet ihr eure Kontakte pflegen, wären sie nicht nur einen Mausklick von euch entfernt?

Wer von euch schafft es heute noch halbwegs pünktlich zu einer Verabredung zu kommen, ohne den anderen mindestens ein Mal auf dem Handknochen anzurufen um die eigene Verspätung mitzuteilen? Klar, früher hat man auf den zu spät kommenden eben einfach gewartet, bis man zur Eissäule erstarrt oder zu einer Pfütze zerflossen ist (je nach Jahreszeit). Sauer ist man sowieso. Ob mit oder ohne Anruf.

Früher, da war es purer Zufall, wenn man in einer Gruppe fortging und in einem Lokal noch mehr bekannte Gesichter getroffen hat. Heute gibt es keine Zufälle mehr. Heute planen wir das alles im Voraus mit unseren Computern und Smartphones.

ORF und die deutschen Sender zerstören systematisch unsere grauen Zellen mit der Ausstrahlung von Sendungen, wie: Deutschland sucht den Superstar, Popstars, Germanys Next Topmodel, Dancing Stars etc. Schaut hier irgendjemand noch UNIVERSUM? Oder abgehobene Künstlerfilme auf ARTE?

Das hier ist wirklich nur ein klitzekleiner Anschnitt, allerdings hat dieses Thema durchaus Potenzial abendfüllend zu sein. Demnächst eventuell mehr nachdenkliches zur weltumfassenden Dummheit auf diesem Blog!

- Männer nerven und stinken. Allesamt sind sie abwechselnd damit beschäftigt NICHTS zu kapieren, sich vor lauter Selbstüberschätzung versehentlich selbst umzubringen oder uns Frauen mit Komplimenten zu beschenken, die einem nichtmal ein Gähnen entlocken. Von mir persönlich kann ich behaupten, dass mich Aussagen, wie „Du bist echt interessant“ eher ein „Du bist total bekloppt“ zwischen den Zeilen lesen lässt. Und dass, obwohl ich sonst grenzenlos naiv bin. Dann gibt es noch jene Kerle, die in geselliger Runde den ganzen Abend schweigen (nicht das Schlechteste) einen dafür aber ständig anstarren (bitte sofort damit aufhören). Andere wiederum machen den Eindruck, als könnten sie Buchstaben nicht von Zahlen unterscheiden. Auf einer Skala von 1 bis 10 (wobei 1 für „Geht gar nicht“ und 10 für „Perfekt“ steht), waren die anwesenden Männer am Dienstag Abend allesamt eine glatte Null.

- Frau nerven und stinken. Die meisten zumindest. Da gibt es diese Sorte Frau, die immer lieb, immer nett ist und über jeden noch so bekloppten Witz lacht und das meistens aus falscher Höflichkeit. Oder sich ernsthaft eine halbe Stunde lang von einem rabenvollen Deppen über das miese Essen im neuesten In-Restaurant Wiens vollschwatzen lässt. Die wenigsten kapieren außerdem, dass ich mich gerade nicht über den Weltfrieden, fuchsiafarbene Shirts, die nicht zum magentaroten Lippenstift passen oder über „die dumme Kuh, die meinen Freund dauernd ansieht“ unterhalten will. Bevor ich mich über sowas unterhalte setze ich mich lieber einsam und alleine an die Bar, trinke still in mich hinein und falle irgendwann lautlos vom Hocker.

Der vergangene Dienstag war also wie man liest eher ein Tag zum zu Hause bleiben, zumal man in oben erwähnter Gesellschaft genau so gut die Wand anstarren könnte.

- Ich hätte gerne einen durch Ö3 befriedigbaren Musikgeschmack. Und einen sehr dicken Nerv, der die Moderatoren aushält. Ich halte die hiesigen Radiosender nur dann aus, wenn ich gut gelaunt bin in der Früh. Weihnachten ist bekanntlich öfter.

INSEKTENLEBENSPLAN

Ich darf mich zu jenen Menschen zählen, die von Geburt an mit einer Allergie ausgestattet wurden und auch zu jenen, die während ihres Alterungsprozesses eine weitere Allergie dazu bekamen. Bonusmaterial quasi. Unzensiert in voller Länge.

Bei der "Alters-Allergie" handelt es sich um eine Histaminintoleranz, bei der angeborenen um eine Gelsenallergie (Gelse, eingedeutscht: Mücke).

Nun bekommt ja jeder einen juckenden, erhobenen Ausschlag, wenn sich die Gelse (lat. Aedes aegypti) an ihm vergeht. Bei mir hingegen führt der Stich zu golfballgroßen Erhebungen, die jucken "wie Sau". Ab 10 Stichen kann es schonmal vorkommen, dass ich wirr und irr durch die Gegend taumel, weil sich mein Kreislauf in den Keller verabschiedet hat.

Ich war also sehr überrascht, als ich am Sonntag in Podersdorf einen juckenden Ausschlag entdeckte, der aber sehr klein ausgefallen war. Ich wandte mich zu J. und sagte: Guck mal, wie klein der ist.
Die entgegnete mir ganz trocken: Die Gelse war noch in der Ausbildung.

What the Fuck? Die Aussage zaubert mir heute noch ein Lächeln auf die feisten Backerln, zumal wir uns unter einer "Gelse in Ausbildung" sowas hier vorstellen:

Image2

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Kommentare

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WAH - GAHHH - gaga. wieso seien sie umgezogen sind?...
ich (anonym) - 9. Aug, 10:45
peinlichkeiten aus der...
ich möchte doch bitte erinnern, dass unser exzessives...
ab_alone - 7. Aug, 11:25
aaahaarrrrrrrr, wäre...
aaahaarrrrrrrr, wäre ja nur zu gut gewesen, wenn...
mirno_more - 7. Aug, 08:13

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