RING FREI?
In den letzten vier Wochen hat man gesehen, dass Wien die Verkehrsströme trotz gesperrter Ringstraße bewältigen kann, was die Grünen dazu veranlasst die Forderung nach einem generell autofreien Ring zu stellen. Für immer.
Der Ring soll eine Flaniermeile für Fußgänger werden. Außerdem: mehr Platz für unsere Fiakerfahrer und jene, die das Fahrrad als ihr Fortbewegungsmittel auserkoren haben.
Generell ist zu sagen: Wenn die Grünen endlich mal einen Vorschlag bringen würden hinter dem ein durchdachtes Konzept steht, dann bin ich die Erste, die sich den Blödsinn zumindest mal anhört. Aber ich konnte in all den Pressemeldungen nicht ein einziges Argument finden, dass diesen Vorschlag auch nur annähernd untermauern würde.
Mir persönlich erschließt sich der Sinn hinter einem autofreien Ring nicht ganz. Nur weil die Leute dann einen Umweg machen müssen heißt das noch lange nicht, dass die Anzahl der Autos sich dramatisch verringert. Sie machen nur einen Umweg, sind länger unterwegs, höhere Feinstaubbelastung, mehr Sprit der verloren geht. Ein sehr geringer Prozentsatz würde seinen Arsch daraufhin in die von den Grünen so hoch gepriesenen Öffis schwingen und ihn auf einen der kaugummiverklebten Sitze platzieren.
Die Öffis sind für viele ein Albtraum. Zu voll, zu laut, zu spät. Man starrt geradeaus und zählt in stummer Wut die verbleibenden Stationen in denen man sich noch den Ellbogen vom Vordermann in den Solar Plexus und den Rucksack des Schülers in den Rücken quetschen lassen muss. Wenn man raus muss kommt man nicht umhin alle im Weg stehenden zu rempeln, weil ja niemand gewillt ist auch nur einen Nanocentimeter Platz zu machen. Kommunikation in Form von einem „Verzeihung, darf ich mal“ ist selten zielführend. Oder hatten sie schonmal bei einem Ihrer iPodverstöpselten Sitz-/Stehnachbarn Erfolg?
Vergesst es. Leute die mit ihrem Auto unterwegs sind, haben gute Gründe dafür. Auch wenn sich diese Gründe nur für die jeweilige Person erschließen.
Nehmen wir mal mich als Beispiel. Ich wohne „innergürtlisch“. Sprich: innerhalb des Gürtels. Genauer: Margareten, 5. Bezirk. Das bedeutet, dass ich zu meinem am Stadtrand gelegenen Arbeitsplatz mit dem Auto fahre. Die Firma ist ungefähr 15 Autofahrminuten von mir entfernt. Ich brauche 10. Sofern nicht lauter Superdödel vor mir fahren.
Mit den Öffis wäre ich jeden Tag eine Stunde unterwegs. Und dann noch mal ne Stunde nach Hause. Gesamte Zeitverschwendung: Zwei Stunden. In zwei Stunden ist viel erledigt: Café trinken am Naschmarkt, Wäsche waschen, Nachmittagsschläfchen.... die Liste kann ich unendlich fortführen.
Meine Freizeitaktivitäten beschränken sich allesamt auf die Bezirke: 1, 4, 5, 6, 7. Diese Strecken gehe ich zu Fuß. So gut wie immer. Außer es regnet, stürmt und/oder schneit, bin zu faul, oder schon spät dran. Oder sternhagelvoll. Dann fahre ich mit der U-Bahn oder dem Bus und betreibe „Social Spotting“. Ich bin also nicht immer ein Ökoschwein, aber deshalb macht mir U-Bahnfahren auch nicht Spaß. Viel mehr ist es ein notgedrungenes Mittel mich von A nach B zu bewegen. Ich hasse es, wenn ich ehrlich bin. Ich würde niemals aus dem Umweltgedanken heraus die Öffentlichen benutzen. Ich tue es aus dem rein egoistischen Gedanken heraus, wenn ICH gerade Bock dazu oder keine andere Wahl habe.
Ich bin kein gutes Vorbild. Noch nie gewesen. Und bevor man mit mir ein Exampel statuiert, sollte man lieber die nette Oma fragen, die sich mit dem künstlichen Hüftgelenk gerade über die Stufen der Straßenbahn quält.
Werfen wir also lieber einen Blick auf jene Zielgruppen, denen ein Freude mit der Erschließung des Rings in eine riesige Fußgängerzone (kurz "Fuzo") gemacht werden könnte.
Die Fußgänger
Über den gesamten Ring erstreckt sich ein schöner, großer Fußgängerweg. Ich denke, dass sich sämtliche Passanten wohl fühlen auf diesem Bürgersteig und jeder mit ein bisschen Rücksichtnahme und Respekt genügend Platz hat. Sogar ich gehe gerne über den Ring. Ich habe mir nie gedacht „Oida, kann der Affe vor mir nicht mehr Platz machen? Ich habe schließlich ein Recht auf eine Intimsphäre, die einen Radius von 15 Metern (Minimum!) beinhaltet." Wirklich, ich habe mir das noch nie gedacht! Und bekannterweise hasse ich die meisten Menschen. Also wenn ich als Misanthrop mich auf diesem Fußgängerweg frei entfalten kann, dann ist eine Ausdehnung dieser Flaniermeile auf geschätzte 40 Meter Breite (Platz für Radweg und Straßenbahn bereits abgezogen) somit wohl weder notwendig noch gewünscht.
Die Radler
Nicht unbedingt meine Freunde, muss ich zugeben. Die Wenigsten sind sich darüber bewusst, dass sie drei Mal soviel aufpassen müssen, wie der Autofahrer, wenn sie nicht unter die Räder kommen wollen. Trotzdem schießen sie aus dunklen Gassen heraus wie die Wilden und es werden immer mehr. Die meisten Radler, die mit den ersten Sonnenstrahlen die U-Bahn stehen lassen und sich auf den Drahtesel schwingen sind bekanntermaßen Autonazis. Die fahren auch in Urlaub mit der Bahn. Die machen ja auch im verregneten Österreich Urlaub. Was den meisten Drahtjunkies aber nicht bewusst ist: Es reicht nicht das Gleichgewicht halten zu können und über genug Muskelkraft zu verfügen um sich vorwärts strampeln zu können, man sollte gerade als Radfahrer vorausschauend fahren. Letztens hätte ich beim Abbiegen beinahe einen Radler mit dem Heck abgeschossen, weil sich dieser
a) im toten Winkel befand und
b) absolut keine Anstalten machte rechtzeitig abzubremsen, wenn er sieht dass ein Auto abbiegen will und er verdammt nochmal
c) sich auch noch aufgeführt hat als wäre ER derjenige der hier mit einem 1,5 Tonnen Gefährt unterwegs ist.
Und ich bin wirklich jemand, der Angst vor dieser Randgruppe der Radfahrer hat. Weil man in jedem Fall dran ist, wenn ein Unfall passiert in dem ein Rad und ein Auto involviert ist. Egal, ob der Radler Schuld hat oder nicht. Deshalb versuche ich diese Personen großräumig zu umfahren und wechsle sofort die Spur wenn einer vor mir fährt.
Diejenigen, die wirklich professionell auf diesen Todesgeschossen unterwegs sind tragen meistens aerodynamische Helme, enge Shorts, noch engere Shirts, rasieren sich die Beine und fahren bei der Tour de France mit. Apropos Helm: Die wenigsten haben einen auf im Alltag. Sehr klug, wenn man im worst case von einem Auto abgeschossen wird und mit einer Geschwindigkeit durch die Luft geschossen wird, dass man seine Gehirnwindungen von der Straße aufklauben kann, sollte der Aufprall von einer weichen Hausmauer abgefangen werden.
Tut leid Jungs und Mädels, aber ich finde eure Attitüde zum Speiben. Habt ihr keinen angeboren Überlebenstrieb? Kommt mal ein bisschen klar! Ein paar kleine Veränderungen im Verhalten als Teilnehmer des Straßenverkehrs und ihr habt in mir, die ich eine passionierte Autofahrerin bin, eine wahre Freundin gefunden. Aber ich will nicht ständig auf euch aufpassen müssen, weil ihr die Triester Straße mit einer grünen Blumenwiese verwechselt und verträumt die Spur verwechselt ohne dabei auch nur ein einziges Handzeichen zu machen. Wer nicht einhändig Radfahren kann, der hat in der Verkehrshölle nix verloren! Da draußen sind viele Irre mit mehreren PS unterwegs! Spätpubertäre in 3er BMW´s die zwar seit 2 Tagen den Führerschein und zuviel Testosteron, aber dafür keinen Blinker haben. LKW-Fahrer, die seit 3 Wochen durchgehend wach sind! Hutfahrer! Pensionisten, die mit 12 Dioptrien auf beiden Augen und ohne Brille unterwegs sind. Frauen, die in niedlichen kleinen Beetles fahren und keine Ahnung haben, dass ihr Auto fünf Gänge hat. Menschen mit Mödlinger Kennzeichen! Meine Fresse für diese Todesverachtung habt ihr meinen vollen Respekt.
Hm. Ich habe vor geraumer Zeit den eigentlichen Faden verloren. Autofreier Ring. Werfen wir einen Blick nach Rom. Ich erlebte dort einen autofreien Tag. Es war ein Feiertag und ich habe keine Ahnung wie oft die das machen, aber dafür könnte man sogar mich begeistern. Die Öffis konnte man an diesem Tag umsonst benutzen. Das ist doch mal ein Angebot? Und was im Land von Gucci, Prada, Spagetti, Tortellini und Gelati funktioniert, kann doch im seligen Wien nicht so ein Problem darstellen, oder? Man setzt mit einem autofreien Tag auch gleich ein widersprüchliches Zeichen, nämlich für die Umwelt und gegen steigende Benzinpreise. Es ist eh schon 5 nach 12. Was in den letzten Jahren an der Umwelt verbrochen wurde, machen wir mit den paar Energiesparlampen nicht wieder gut. Das IST traurig. Und das ist wahr. Aber ich hab grad keinen Bock diesen Punkt auch noch abzuhandeln.
Fassen wir kurz zusammen: Autofreier Ring ist ein großer Haufen Hundescheisse. Autofreier Tag: bin dafür. Aber das ist Zukunftsmusik. Bis die Stadt Wien dafür eine Lösung gefunden hat, bei der sie sich nicht an allen Ecken und Enden ein Bein stellt, fließt noch viel Wasser die dreckige Donau hinab.
Ich bin vielleicht ein Ökoschwein, aber auch Ökoschweine haben ein Gewissen. Mein Fernseher läuft nicht auf Standby. Ich gehe mindestens genau so viel zu Fuß, wie ich mit dem Auto fahre. Ich mag die Kärntner Straße, wegen der Fuzo. Ich habe keine Energiesparlampen, schaffe mir aber in dem Moment welche an, in dem ich endlich ansehnliche Deckenleuchten für mein Refugium erstanden habe. Ich fahre mein Laptop nach Beendigung dieses Beitrages komplett runter.
Der Ring soll eine Flaniermeile für Fußgänger werden. Außerdem: mehr Platz für unsere Fiakerfahrer und jene, die das Fahrrad als ihr Fortbewegungsmittel auserkoren haben.
Generell ist zu sagen: Wenn die Grünen endlich mal einen Vorschlag bringen würden hinter dem ein durchdachtes Konzept steht, dann bin ich die Erste, die sich den Blödsinn zumindest mal anhört. Aber ich konnte in all den Pressemeldungen nicht ein einziges Argument finden, dass diesen Vorschlag auch nur annähernd untermauern würde.
Mir persönlich erschließt sich der Sinn hinter einem autofreien Ring nicht ganz. Nur weil die Leute dann einen Umweg machen müssen heißt das noch lange nicht, dass die Anzahl der Autos sich dramatisch verringert. Sie machen nur einen Umweg, sind länger unterwegs, höhere Feinstaubbelastung, mehr Sprit der verloren geht. Ein sehr geringer Prozentsatz würde seinen Arsch daraufhin in die von den Grünen so hoch gepriesenen Öffis schwingen und ihn auf einen der kaugummiverklebten Sitze platzieren.
Die Öffis sind für viele ein Albtraum. Zu voll, zu laut, zu spät. Man starrt geradeaus und zählt in stummer Wut die verbleibenden Stationen in denen man sich noch den Ellbogen vom Vordermann in den Solar Plexus und den Rucksack des Schülers in den Rücken quetschen lassen muss. Wenn man raus muss kommt man nicht umhin alle im Weg stehenden zu rempeln, weil ja niemand gewillt ist auch nur einen Nanocentimeter Platz zu machen. Kommunikation in Form von einem „Verzeihung, darf ich mal“ ist selten zielführend. Oder hatten sie schonmal bei einem Ihrer iPodverstöpselten Sitz-/Stehnachbarn Erfolg?
Vergesst es. Leute die mit ihrem Auto unterwegs sind, haben gute Gründe dafür. Auch wenn sich diese Gründe nur für die jeweilige Person erschließen.
Nehmen wir mal mich als Beispiel. Ich wohne „innergürtlisch“. Sprich: innerhalb des Gürtels. Genauer: Margareten, 5. Bezirk. Das bedeutet, dass ich zu meinem am Stadtrand gelegenen Arbeitsplatz mit dem Auto fahre. Die Firma ist ungefähr 15 Autofahrminuten von mir entfernt. Ich brauche 10. Sofern nicht lauter Superdödel vor mir fahren.
Mit den Öffis wäre ich jeden Tag eine Stunde unterwegs. Und dann noch mal ne Stunde nach Hause. Gesamte Zeitverschwendung: Zwei Stunden. In zwei Stunden ist viel erledigt: Café trinken am Naschmarkt, Wäsche waschen, Nachmittagsschläfchen.... die Liste kann ich unendlich fortführen.
Meine Freizeitaktivitäten beschränken sich allesamt auf die Bezirke: 1, 4, 5, 6, 7. Diese Strecken gehe ich zu Fuß. So gut wie immer. Außer es regnet, stürmt und/oder schneit, bin zu faul, oder schon spät dran. Oder sternhagelvoll. Dann fahre ich mit der U-Bahn oder dem Bus und betreibe „Social Spotting“. Ich bin also nicht immer ein Ökoschwein, aber deshalb macht mir U-Bahnfahren auch nicht Spaß. Viel mehr ist es ein notgedrungenes Mittel mich von A nach B zu bewegen. Ich hasse es, wenn ich ehrlich bin. Ich würde niemals aus dem Umweltgedanken heraus die Öffentlichen benutzen. Ich tue es aus dem rein egoistischen Gedanken heraus, wenn ICH gerade Bock dazu oder keine andere Wahl habe.
Ich bin kein gutes Vorbild. Noch nie gewesen. Und bevor man mit mir ein Exampel statuiert, sollte man lieber die nette Oma fragen, die sich mit dem künstlichen Hüftgelenk gerade über die Stufen der Straßenbahn quält.
Werfen wir also lieber einen Blick auf jene Zielgruppen, denen ein Freude mit der Erschließung des Rings in eine riesige Fußgängerzone (kurz "Fuzo") gemacht werden könnte.
Die Fußgänger
Über den gesamten Ring erstreckt sich ein schöner, großer Fußgängerweg. Ich denke, dass sich sämtliche Passanten wohl fühlen auf diesem Bürgersteig und jeder mit ein bisschen Rücksichtnahme und Respekt genügend Platz hat. Sogar ich gehe gerne über den Ring. Ich habe mir nie gedacht „Oida, kann der Affe vor mir nicht mehr Platz machen? Ich habe schließlich ein Recht auf eine Intimsphäre, die einen Radius von 15 Metern (Minimum!) beinhaltet." Wirklich, ich habe mir das noch nie gedacht! Und bekannterweise hasse ich die meisten Menschen. Also wenn ich als Misanthrop mich auf diesem Fußgängerweg frei entfalten kann, dann ist eine Ausdehnung dieser Flaniermeile auf geschätzte 40 Meter Breite (Platz für Radweg und Straßenbahn bereits abgezogen) somit wohl weder notwendig noch gewünscht.
Die Radler
Nicht unbedingt meine Freunde, muss ich zugeben. Die Wenigsten sind sich darüber bewusst, dass sie drei Mal soviel aufpassen müssen, wie der Autofahrer, wenn sie nicht unter die Räder kommen wollen. Trotzdem schießen sie aus dunklen Gassen heraus wie die Wilden und es werden immer mehr. Die meisten Radler, die mit den ersten Sonnenstrahlen die U-Bahn stehen lassen und sich auf den Drahtesel schwingen sind bekanntermaßen Autonazis. Die fahren auch in Urlaub mit der Bahn. Die machen ja auch im verregneten Österreich Urlaub. Was den meisten Drahtjunkies aber nicht bewusst ist: Es reicht nicht das Gleichgewicht halten zu können und über genug Muskelkraft zu verfügen um sich vorwärts strampeln zu können, man sollte gerade als Radfahrer vorausschauend fahren. Letztens hätte ich beim Abbiegen beinahe einen Radler mit dem Heck abgeschossen, weil sich dieser
a) im toten Winkel befand und
b) absolut keine Anstalten machte rechtzeitig abzubremsen, wenn er sieht dass ein Auto abbiegen will und er verdammt nochmal
c) sich auch noch aufgeführt hat als wäre ER derjenige der hier mit einem 1,5 Tonnen Gefährt unterwegs ist.
Und ich bin wirklich jemand, der Angst vor dieser Randgruppe der Radfahrer hat. Weil man in jedem Fall dran ist, wenn ein Unfall passiert in dem ein Rad und ein Auto involviert ist. Egal, ob der Radler Schuld hat oder nicht. Deshalb versuche ich diese Personen großräumig zu umfahren und wechsle sofort die Spur wenn einer vor mir fährt.
Diejenigen, die wirklich professionell auf diesen Todesgeschossen unterwegs sind tragen meistens aerodynamische Helme, enge Shorts, noch engere Shirts, rasieren sich die Beine und fahren bei der Tour de France mit. Apropos Helm: Die wenigsten haben einen auf im Alltag. Sehr klug, wenn man im worst case von einem Auto abgeschossen wird und mit einer Geschwindigkeit durch die Luft geschossen wird, dass man seine Gehirnwindungen von der Straße aufklauben kann, sollte der Aufprall von einer weichen Hausmauer abgefangen werden.
Tut leid Jungs und Mädels, aber ich finde eure Attitüde zum Speiben. Habt ihr keinen angeboren Überlebenstrieb? Kommt mal ein bisschen klar! Ein paar kleine Veränderungen im Verhalten als Teilnehmer des Straßenverkehrs und ihr habt in mir, die ich eine passionierte Autofahrerin bin, eine wahre Freundin gefunden. Aber ich will nicht ständig auf euch aufpassen müssen, weil ihr die Triester Straße mit einer grünen Blumenwiese verwechselt und verträumt die Spur verwechselt ohne dabei auch nur ein einziges Handzeichen zu machen. Wer nicht einhändig Radfahren kann, der hat in der Verkehrshölle nix verloren! Da draußen sind viele Irre mit mehreren PS unterwegs! Spätpubertäre in 3er BMW´s die zwar seit 2 Tagen den Führerschein und zuviel Testosteron, aber dafür keinen Blinker haben. LKW-Fahrer, die seit 3 Wochen durchgehend wach sind! Hutfahrer! Pensionisten, die mit 12 Dioptrien auf beiden Augen und ohne Brille unterwegs sind. Frauen, die in niedlichen kleinen Beetles fahren und keine Ahnung haben, dass ihr Auto fünf Gänge hat. Menschen mit Mödlinger Kennzeichen! Meine Fresse für diese Todesverachtung habt ihr meinen vollen Respekt.
Hm. Ich habe vor geraumer Zeit den eigentlichen Faden verloren. Autofreier Ring. Werfen wir einen Blick nach Rom. Ich erlebte dort einen autofreien Tag. Es war ein Feiertag und ich habe keine Ahnung wie oft die das machen, aber dafür könnte man sogar mich begeistern. Die Öffis konnte man an diesem Tag umsonst benutzen. Das ist doch mal ein Angebot? Und was im Land von Gucci, Prada, Spagetti, Tortellini und Gelati funktioniert, kann doch im seligen Wien nicht so ein Problem darstellen, oder? Man setzt mit einem autofreien Tag auch gleich ein widersprüchliches Zeichen, nämlich für die Umwelt und gegen steigende Benzinpreise. Es ist eh schon 5 nach 12. Was in den letzten Jahren an der Umwelt verbrochen wurde, machen wir mit den paar Energiesparlampen nicht wieder gut. Das IST traurig. Und das ist wahr. Aber ich hab grad keinen Bock diesen Punkt auch noch abzuhandeln.
Fassen wir kurz zusammen: Autofreier Ring ist ein großer Haufen Hundescheisse. Autofreier Tag: bin dafür. Aber das ist Zukunftsmusik. Bis die Stadt Wien dafür eine Lösung gefunden hat, bei der sie sich nicht an allen Ecken und Enden ein Bein stellt, fließt noch viel Wasser die dreckige Donau hinab.
Ich bin vielleicht ein Ökoschwein, aber auch Ökoschweine haben ein Gewissen. Mein Fernseher läuft nicht auf Standby. Ich gehe mindestens genau so viel zu Fuß, wie ich mit dem Auto fahre. Ich mag die Kärntner Straße, wegen der Fuzo. Ich habe keine Energiesparlampen, schaffe mir aber in dem Moment welche an, in dem ich endlich ansehnliche Deckenleuchten für mein Refugium erstanden habe. Ich fahre mein Laptop nach Beendigung dieses Beitrages komplett runter.
mirno_more - 4. Jul, 22:01