EMOTIONALES KOMA

Achtung, es folgt geistig hohe Poesie:

Das Auto fährt, das Konto leer,
die Schnauze voll, ich mag nicht mehr.

Pickerl gemacht, Dichtungen und Öl getauscht,
beim Anblick des Preises lieber in den nächsten Baum gerauscht.

Mein Güte, soll noch einer sagen ich kann nicht reimen. Das ist ja schon beinahe Kunst, was ich da fabriziert habe.
Fassen wir zusammen, was niemanden interessiert: nachdem mein Auto einen ganzen Tag lang eingehend betrachtet und repariert wurde, ließ der Werkstattmensch verlauten, dass ich jetzt „einige Zeit problemlos fahren kann“.
Aha. Und wenn dieses „einige Zeit“ sehr bald und unerwartet kommt? An wen wende ich mich dann? Wen schreie ich in meiner blinden Wut zusammen?

Im Auto bekam ich kurz ein paar Hassanfälle, die, kaum vorbei, auch schon wieder da waren, als ich mich in Richtung Innenstadt bewegte. Ringstraße größtenteils gesperrt wegen der EM. Okay. Liegt´s an mir? Wird hier von einer höheren Macht meine Geduld auf die Probe gestellt? Welche Geduld überhaupt? Ich fahre wieder nach Hause, was aber nur dadurch möglich ist, indem ich ganz Wien durchquere. Da beginnt mein Leben einen kleinen gemeinsamen Nenner zu bekommen. Nicht nur mein Konto auch mein Tank ist leer. Also ab zur Tanke und zum Preis eines gehobenen Abendessens für eine Person Benzin eingefüllt. Während das flüssige Gold in mein Auto fließt, überlege ich im nächsten Leben eine Kuh zu werden. Die kann man schließlich auch melken.
Mein Bauer nennt mich Berta, schnallt mir eine schicke Glocke um den Hals und mein einziges Problem ist, wo ich noch mehr saftiges Gras herbekomme und wann der Knallkopf endlich kommt um mir die Euter zu melken. Dazwischen lass ich mich von einem Bullen decken, bringe anschließend ein Kalb zur Welt, dass sich nur wenige Monate später filetiert und eingepackt im Kühlregal eines Discounters wiederfindet. Ich beende meinen Tagtraum, als die Zapfsäule bei 55 Euro stehen bleibt. Ich gehe zum Tankwart, bezahle in stummer Wut mit der Kreditkarte und stapfe wieder zum Auto, fahre aus der Tanke raus und bleibe erst mal im Stau stehen. Meine Augenlider sinken auf Halbmast, innerlich habe ich schon längst aufgegeben. In der Zeit, die ich vom 1. Bezirk nach Hause gebraucht habe, wäre ich im Normalfall schon über die Grenzen dieses Landes gebraust. Egal in welche Richtung.

Wenn jemand fragt: Ich bin beim Waffenhändler!

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ich (anonym) - 9. Aug, 10:45
peinlichkeiten aus der...
ich möchte doch bitte erinnern, dass unser exzessives...
ab_alone - 7. Aug, 11:25
aaahaarrrrrrrr, wäre...
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