Wir, ich und Du (Ronny & me)

Wir
Wir lächeln. Wir machen Nächte durch, unabhängig voneinander und doch ist die andere immer irgendwie dabei. Wir feiern und flennen manchmal gleichzeitig. Wir streiten uns nicht um Jack Sparrow oder Will Turner, weil ich Jack begehre und du Will vergötterst. Trinkt aus Piraten, YO HO! Unsere Probleme wälzen wir aus oder kehren sie unter den Teppich. Je nachdem, wonach uns gerade der Sinn steht. Würde jemand mal einen Zipfel dieses Teppichs hoch heben, was wir uns insgeheim vielleicht wünschen, kämen ihm eine Horde Neurosen, verkniffene Sätze, verpasste Gelegenheiten, denen wir nachtrauern, verheulte Erlebnisse und begrabene Wünsche entgegen. Allesamt wild schreiend, mit Zigarette in der Hand und sich Bier über den Kopf schüttend.

Wir machen es niemanden leicht, der uns durchschauen will. Wer hartnäckig bleibt, den lächeln wir freundlich an und lotsen ihn weiter in unser intellektuelles Vorzimmer, in dem es nichts als Oberflächlichkeiten gibt. Nichtssagende Gesprächsthemen und im schlimmsten Fall droht dem Neugierigen die totale Abweisung. Irgendwann haben wir gelesen „Alles ist gut und wenn es noch nicht gut ist, ist es noch nicht zu Ende.“ Es wurde unser Dogma. Vielleicht sind wir schon so weit sagen zu können: Uns haut nichts mehr um. Und wenn doch? Egal. Jedes Mal, wenn wir auf die Fresse fallen, stehen wir doch noch mal auf. Einfach um mal zu gucken, ob da nicht doch noch irgendwas ist. Irgendwas gutes. Und dann finden wir auch etwas.
In kleinen Ecken hat es sich versteckt, wartet bei einem simplen Kaffee auf uns, oder wenn die Stadt in manchen Nächten friedlich daliegt. Ruhig, als könnte sie niemanden etwas anhaben. Dann haben wir das Gefühl, irgendwo angekommen zu sein. Wir lassen uns selten etwas sagen, bekehren oder bevormunden. Wir sind davon überzeugt, dass ein Fluch auf das Haupt eines jeden Menschen trifft, der versucht seine Freunde zu verkuppeln. Wir haben unsere Egos hin und wieder definiert, um die Definition dann doch wieder zu verwerfen. Mehr als ein Mal haben wir unsere Herzen auf den Tisch geknallt und gehofft, dass sich irgendjemand dieses kleinen, pumpenden Muskels annimmt.

Wir stecken da schon drin. Mittendrin. Und begreifen, was wir alles verabsäumt haben, weil wir nicht genau hingesehen haben, daran vorbeigelaufen sind. Wir haben die Ausfahrt verpasst und befinden uns manchmal auf einer ganz neuen Strecke. Manchmal drehen wir um und fahren die bekannte Strecke wieder entlang, nur um dann zu sagen: Kackt doch der Hund drauf! Biegen wir bei der Ausfahrt „Suburbia“ wieder ab. Hier ist es langweilig. Haben wir alles schon gesehen. Dann schwingen wir uns auf den Zeitgeistexpress und fahren eine Weile mit. Machen die Fenster auf und lassen unser Gesicht vom Fahrtwind streicheln, bis uns auch dieses Geruckel zu monoton wird und wir uns erst mal auf´s Ohr hauen. Eine Runde schlafen. Genug gesehen für die nächste Zeit. Daran können und wollen wir nichts ändern, daran gibt es auch nicht viel zu verstehen. Es passt uns eben gerade in den Kram. Wir nehmen uns eben Zeit um das Leben kennen zu lernen. Es lockt uns sowieso immer nach draußen, immer woanders hin und immer zurück. Dann ist klar: alles, so wie es immer war. Du hier und ich da.

Ich
Ich habe gesagt: Wenn die Verliebtheit verschwunden ist, dann entdeckst du am anderen die Kleinigkeiten. Und wenn diese Kleinigkeiten dich dann noch immer nicht stören, dann ist das erst die Liebe. Ich habe Heimweh. Tiefes, schmerzhaftes, ganz und gar ehrliches Heimweh. Aber bin ich erst mal da angelangt, an diesem kleinen Ort, der für mich eine ganze Welt ist und mir zum Millionsten Mal überlege, wie es wäre, würde ich Wien aufgeben, dann kann ich nie aus ganzem Herzen JA sagen. Ich komme nirgendwo an und bin nie richtig fort. Das ist Psycho, aber gut so. Ich hab´s gern so.

Ich kann meine Welt in drei Wörtern erklären und wenn jemand sagt, das ist zu wenig, dann definiere ich „zu wenig“ einfach um. Dieses Bild, das die meisten von mir haben – soll das wirklich Ich sein? Na dann herzlichen Glückwünsch! Da dreh ich mich lieber um und geh zu Leuten, die zugeben, dass sie nicht halten, was sie versprechen, weil sie selbst nicht glauben, was sie sagen. Ich kann nicht alles verstehen, nicht alles begründen und ich habe nicht auf alles eine Antwort. Aber ich schreibe über dieses Nichts und das alles mit einer Obsession. Für mich. Und wenn ich eines Tages am Neusiedler See, auf einem Barhocker oder inmitten von Leuten sitze, aufstehe und sage „Ich habe zu alldem nichts mehr zu sagen und nichts mehr zu schreiben.“, dann habe ich meine Schreiberseele begraben. Fortan würde ich nur noch grundlos durch das Leben gehen und nicht mehr zulassen, dass irgendjemand oder irgendwas in meinen Kopf kommt und Spuren in meinen Gedanken hinterlässt.

Du
Du bist die Coke Light Schwester und die Skype-Connection. Du bist die, die in Situationen in denen mein Hitzkopf mal wieder explodiert, Ruhe bewahrt und mit einer mir unverständlichen, endlosen Geduld das „Ausweg“ Schildchen hoch hält, bis alles wieder gut ist. Der größte Fehler an dir ist wahrscheinlich, dass du dir K11 ansiehst. Du bist mit zwei Dingen bedacht worden, die man eher selten an Frauen findet: Filmgeschmack und bösartigem Humor. Du hast so viel Humor, dass du dich manchmal auch selbst auslachen kannst. Manche Filme sind in meinem Kopf unweigerlich und bis in alle Ewigkeit mit dir verbunden. Zum Beispiel Bedazzled und Pirates of the Carribean 2. Manchmal sagst du Dinge, bei denen ich am liebsten rufen würde: Eine Machete für dein intellektuelles Dickicht! Und wenn du wieder mal meine Lasten mit trägst und dich mit meinen Feinden schlägst, dann würde ich am liebsten mit einem LKW bei dir vorbeikommen, beladen mit Coke Light, Mentos und Firn Zuckerln.
Frau S. (anonym) - 6. Mai, 20:00

Schön

Beim lesen find ich mich in einer verrauchten, schäbigen aber charmanten Bar wieder, wo lauter Freigeister und Querdenker am Tresen sitzen/hängen. Ich sitz im speckigigen Ohrensessel irgendwo in der Ecke und lausche wie du vor dich hinphilosophierst. Dabei denk ich mir zwar "Scheisse, meine Augen brennen vom Rauch", aber ich bestell noch einen Drink, der mir eigentlich nicht schmeckt und an dem ich noch 2 Stunden stumm nippe. Diei volle Entspannung!

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Kommentare

hahahahhaa
martin und ich haben uns amüsiert. kommentar...
ronny (anonym) - 24. Jul, 12:12
Tontaubenschießen...
man muss sich die Szenerie ja mal umgelegt auf das...
mirno_more - 23. Jul, 17:47
HA!
Ein Jägersmann! Aber GottseiDank nur der Chef!...
Scholli (anonym) - 23. Jul, 14:33

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