AUS DER SERIE "DINGE, DIE DIREKT AUS DER HÖLLE KOMMEN". KAPITEL 1: DIE KAFFEEMASCHINE
Auszug aus dem Skype-Chat:
C: Hast du mich lieb?
M: *seufz*
C: Halloooooo? :-(
M: Du fragst doch nur aus einem einzigen Grund. Es ist dir egal, ob ich dich lieb habe oder nicht (und btw: momentan hab ich dich so gar nicht lieb), weil du nämlich etwas von mir willst.
C: Stimmt ja gar nicht! Ich will nur hören, dass mich wer lieb hat :-)
M: ....Mhm. Du unglaubwürdiges kleines Luder.
C: Danke! Eine Frage noch: Wenn du mich wieder lieb hast und das ist bestimmt bald, nimmst du mir dann aus New York das iPhone mit? Oder den iTouch?
M: HERR IM HIMMEL HILF! Wenn du stirbst, dann werden sich deine letzten Worte noch immer um das iPhone drehen.
Sehen Sie liebe Leser? Ich bin hier das Opfer. Dabei habe ich gestern noch alle 345 Blumen von Herrn M. gegossen, der ja mindestens noch 4 Wochen außer Landes ist. Und dann bekomme ich noch nichtmal das iPhone! ICH BRAUCHE DAS iPHONE! Und während ich mich der Vorstellung hingab, wie mich alle wegen meines Hi-Tech Gerätes hassen, wollte ich es mir gestern nach dem Blumengießen noch im M´schen Domizil gemütlich machen. Das Wetter ließ zwar ein Sonnenbad auf der Dachterasse nicht zu, dafür habe ich es mir mit einem Stapel Magazine auf seiner Couch bequem gemacht, die Surroundanlage angeschaltet und wollte mir einen Kaffee zu meiner Zigarette gönnen.
Dies bedeutet natürlich zwingend, dass ich mich mit seiner Kaffeemaschine befassen muss. Ich hasse dieses Drecksding. Diese Maschine kann alles. Espresso, Latte Machiatto, extra groß, extra klein, zwei Tassen, eine Tasse, Milchschaum, etc. Das Problem an der Sache ist: Die will irgendeine Leistung, bevor sie Kaffee macht! Jedes Mal, wenn ich mit meiner "I LOVE JOHNNY DEPP" - Tasse zu ihr trabe steht auf diesem Besserwisser-Display entweder "Bohnen aus" oder "Wasser aus" oder "Entkalken". Herrschaftszeiten! Diese Maschine führt einen persönlichen Krieg gegen mich. Ich bin die Einzige, die immer erst arbeiten muss, bevor sie mir Kaffee gibt. Jeder andere nimmt sein Häferl, stellt es hin, sucht sich die Zubereitungsart aus, drückt auf den Knopf und schon fließt warmer Kaffee aus ihr raus. Nicht bei mir. Sie hat das noch nie getan! Mehrmals wollte ich sie schon überlisten und schickte jemand anderen Kaffee holen, aber auch dann streikte sie.
Gut. Ich habe ja damit gerechnet, dass ich wieder meinen Beitrag leisten musste. Ich gebe ihr also Bohnen, fülle Wasser nach und suche die schweineteuren Entkalkungstabletten in der ganzen Küche. Dann...endlich! Ich bin fertig. Ich stelle meine Johnny Depp Tasse hin, entscheide mich für einen Latte und drücke den Knopf. Vor lauter Erregung und Vorfreude auf die braune Brühe bekomme ich Herzklopfen, aber....nichts. Es tut sich nichts. Ich schalte die Maschine ein und wieder aus. Nichts. Ich bitte sie höflich: Du hast doch alles von mir bekommen, was du möchtest! Jetzt hätte ich gerne einen kleinen Gefallen von dir!" Nichts. Ich werde bestimmt: "Gut du kleine Schlampe! Mach mir jetzt Kaffee oder ich zieh den Stecker!" Nichts. Ich flehe, drohe, bitte, befehle und weine sogar fast. Nichts.
Während die Kaffeemaschine und ich unseren Konflikt versuchen zu lösen, höre ich auf einmal Schritte im Vorzimmer. Ich erstarre. Wer sollte denn sonst noch den Schlüssel haben? Ich bin doch die Blumengießer-Beauftragte, die Hunde sind bei M´s Lebensgefährten. Es gäbe also für niemanden einen Grund sich in dieser Wohnung aufzuhalten.
Ich stelle fest: Ich werde bestimmt gleich das Opfer eines Einbrechers. Ob er bewaffnet ist? Will er Geld oder Leben? Sieht er gut aus? Die Schritte gehen vom Vorzimmer in das Gästezimmer. Er scheint sich da drin umzusehen. Ha! So ein Penner! Weiß doch jeder Amateur, dass die teuren Sachen im Safe hinter dem Bild hängen. Und der Safe befindet sich natürlich immer im Wohnzimmer. Huch! Was, wenn er von mir die Kombination wissen will? Was, wenn es da drinnen gar keinen Safe gibt? Ich hab´s doch selbst immer nur im Film gesehen.
Ich höre, wie er aus dem Arbeitszimmer wieder ins Vorzimmer geht. Ich muss mich bewaffnen, bevor der Räuber gleich in die Küche kommt. Oder soll ich mich im Abfalleimer verstecken? Ich entschließe mich für beides: Bewaffnen UND später verstecken. Ich ziehe die Schublade leise auf. Lange Messer, kurze Messer, stumpfe Messer, scharfe Messer, Gabeln, Löffel...alles da, was man sich in so einer Küchenlade erwartet. Ich habe irgendwie Angst davor wirklich ein Messer zu verwenden. Am Ende bringe ich mich damit noch selber um, also entscheide ich mich für eine Parmesanreibe und den Schneebesen. So "bewaffnet" stelle ich mich in den Türstock und linse vorsichtig um die Ecke. Nichts zu sehen. Ich ziehe meinen Hals in eine giraffenartige Länge und schiele noch weiter auf den Gang hinaus. Und da steht er! Der Kerl öffnet die Post von M.! Vor lauter Schreck ziehe ich den Kopf zu schnell wieder ein und donnere damit gegen den Türstock. Ich muss vor Schmerz schreien. Der Einbrecher, mindestens genau so erschrocken wie ich, lässt all die Briefe fallen, stößt einen Schreckenschrei aus und zieht den Kopf vor dem heranfliegenden Schneebesen ein, den ich zur Abwehr in seine Richtung geworfen habe. Ich hole gerade mit der Parmesanreibe aus, als ich erkenne, dass es sich um Marius handelt. M´s Lebensgefährten.
Er sieht mich an, wie man Menschen nunmal ansieht, von denen man mit einem Schneebesen und einer Parmesanreibe bedroht wurde. Als würde ich eine Gummizelle und Opium viel dringender benötigen als irgendetwas anderes.
Ich habe mich also mal wieder zum Affen gemacht. Betreten und beschämt sehe ich auf die Parmesanreibe, die noch immer in meiner Hand ist und bin aber irgendwie doch froh, dass ich nicht, wie es Beatrix Kiddo in Kill Bill getan hätte, das Fleischermesser mit der 25cm Klinge genommen habe. Mein einziger Trost ist, dass M. wie eine Frau schreit. Aber ich glaube, das dürfte ihm ziemlich egal sein - immerhin liegt er mit einem roten Kopf auf der Couch und hält sich den Bauch vor Lachen. Er kriegt kaum Luft, weil er zwischen seinen Lachanfällen "Schneebesen" stammelt. Möchte ihm vor lauter Zorn den Hals zudrücken, bis seine Gesichtsfarbe lila wird.
Nachdem er eine Weile gelacht hat, bitte ich ihn sich die Kaffeemaschine mal anzusehen, weil sie einfach nicht funktioniert. Wir gehen in die Küche, er stellt sich vor die Maschine und sagt: Wieso? Was soll denn nicht funktionieren? Das Display sagt "Bitte wählen". Er drückt auf den "Mach Kaffee"-Knopf und, siehe da, es läuft auch welcher in meine Tasse. Wutentbrannt ziehe ich die Tasse weg und verlasse die Küche. Jedoch nicht, ohne dieser Höllenmaschine den Mittelfinger zu zeigen.
C: Hast du mich lieb?
M: *seufz*
C: Halloooooo? :-(
M: Du fragst doch nur aus einem einzigen Grund. Es ist dir egal, ob ich dich lieb habe oder nicht (und btw: momentan hab ich dich so gar nicht lieb), weil du nämlich etwas von mir willst.
C: Stimmt ja gar nicht! Ich will nur hören, dass mich wer lieb hat :-)
M: ....Mhm. Du unglaubwürdiges kleines Luder.
C: Danke! Eine Frage noch: Wenn du mich wieder lieb hast und das ist bestimmt bald, nimmst du mir dann aus New York das iPhone mit? Oder den iTouch?
M: HERR IM HIMMEL HILF! Wenn du stirbst, dann werden sich deine letzten Worte noch immer um das iPhone drehen.
Sehen Sie liebe Leser? Ich bin hier das Opfer. Dabei habe ich gestern noch alle 345 Blumen von Herrn M. gegossen, der ja mindestens noch 4 Wochen außer Landes ist. Und dann bekomme ich noch nichtmal das iPhone! ICH BRAUCHE DAS iPHONE! Und während ich mich der Vorstellung hingab, wie mich alle wegen meines Hi-Tech Gerätes hassen, wollte ich es mir gestern nach dem Blumengießen noch im M´schen Domizil gemütlich machen. Das Wetter ließ zwar ein Sonnenbad auf der Dachterasse nicht zu, dafür habe ich es mir mit einem Stapel Magazine auf seiner Couch bequem gemacht, die Surroundanlage angeschaltet und wollte mir einen Kaffee zu meiner Zigarette gönnen.
Dies bedeutet natürlich zwingend, dass ich mich mit seiner Kaffeemaschine befassen muss. Ich hasse dieses Drecksding. Diese Maschine kann alles. Espresso, Latte Machiatto, extra groß, extra klein, zwei Tassen, eine Tasse, Milchschaum, etc. Das Problem an der Sache ist: Die will irgendeine Leistung, bevor sie Kaffee macht! Jedes Mal, wenn ich mit meiner "I LOVE JOHNNY DEPP" - Tasse zu ihr trabe steht auf diesem Besserwisser-Display entweder "Bohnen aus" oder "Wasser aus" oder "Entkalken". Herrschaftszeiten! Diese Maschine führt einen persönlichen Krieg gegen mich. Ich bin die Einzige, die immer erst arbeiten muss, bevor sie mir Kaffee gibt. Jeder andere nimmt sein Häferl, stellt es hin, sucht sich die Zubereitungsart aus, drückt auf den Knopf und schon fließt warmer Kaffee aus ihr raus. Nicht bei mir. Sie hat das noch nie getan! Mehrmals wollte ich sie schon überlisten und schickte jemand anderen Kaffee holen, aber auch dann streikte sie.
Gut. Ich habe ja damit gerechnet, dass ich wieder meinen Beitrag leisten musste. Ich gebe ihr also Bohnen, fülle Wasser nach und suche die schweineteuren Entkalkungstabletten in der ganzen Küche. Dann...endlich! Ich bin fertig. Ich stelle meine Johnny Depp Tasse hin, entscheide mich für einen Latte und drücke den Knopf. Vor lauter Erregung und Vorfreude auf die braune Brühe bekomme ich Herzklopfen, aber....nichts. Es tut sich nichts. Ich schalte die Maschine ein und wieder aus. Nichts. Ich bitte sie höflich: Du hast doch alles von mir bekommen, was du möchtest! Jetzt hätte ich gerne einen kleinen Gefallen von dir!" Nichts. Ich werde bestimmt: "Gut du kleine Schlampe! Mach mir jetzt Kaffee oder ich zieh den Stecker!" Nichts. Ich flehe, drohe, bitte, befehle und weine sogar fast. Nichts.
Während die Kaffeemaschine und ich unseren Konflikt versuchen zu lösen, höre ich auf einmal Schritte im Vorzimmer. Ich erstarre. Wer sollte denn sonst noch den Schlüssel haben? Ich bin doch die Blumengießer-Beauftragte, die Hunde sind bei M´s Lebensgefährten. Es gäbe also für niemanden einen Grund sich in dieser Wohnung aufzuhalten.
Ich stelle fest: Ich werde bestimmt gleich das Opfer eines Einbrechers. Ob er bewaffnet ist? Will er Geld oder Leben? Sieht er gut aus? Die Schritte gehen vom Vorzimmer in das Gästezimmer. Er scheint sich da drin umzusehen. Ha! So ein Penner! Weiß doch jeder Amateur, dass die teuren Sachen im Safe hinter dem Bild hängen. Und der Safe befindet sich natürlich immer im Wohnzimmer. Huch! Was, wenn er von mir die Kombination wissen will? Was, wenn es da drinnen gar keinen Safe gibt? Ich hab´s doch selbst immer nur im Film gesehen.
Ich höre, wie er aus dem Arbeitszimmer wieder ins Vorzimmer geht. Ich muss mich bewaffnen, bevor der Räuber gleich in die Küche kommt. Oder soll ich mich im Abfalleimer verstecken? Ich entschließe mich für beides: Bewaffnen UND später verstecken. Ich ziehe die Schublade leise auf. Lange Messer, kurze Messer, stumpfe Messer, scharfe Messer, Gabeln, Löffel...alles da, was man sich in so einer Küchenlade erwartet. Ich habe irgendwie Angst davor wirklich ein Messer zu verwenden. Am Ende bringe ich mich damit noch selber um, also entscheide ich mich für eine Parmesanreibe und den Schneebesen. So "bewaffnet" stelle ich mich in den Türstock und linse vorsichtig um die Ecke. Nichts zu sehen. Ich ziehe meinen Hals in eine giraffenartige Länge und schiele noch weiter auf den Gang hinaus. Und da steht er! Der Kerl öffnet die Post von M.! Vor lauter Schreck ziehe ich den Kopf zu schnell wieder ein und donnere damit gegen den Türstock. Ich muss vor Schmerz schreien. Der Einbrecher, mindestens genau so erschrocken wie ich, lässt all die Briefe fallen, stößt einen Schreckenschrei aus und zieht den Kopf vor dem heranfliegenden Schneebesen ein, den ich zur Abwehr in seine Richtung geworfen habe. Ich hole gerade mit der Parmesanreibe aus, als ich erkenne, dass es sich um Marius handelt. M´s Lebensgefährten.
Er sieht mich an, wie man Menschen nunmal ansieht, von denen man mit einem Schneebesen und einer Parmesanreibe bedroht wurde. Als würde ich eine Gummizelle und Opium viel dringender benötigen als irgendetwas anderes.
Ich habe mich also mal wieder zum Affen gemacht. Betreten und beschämt sehe ich auf die Parmesanreibe, die noch immer in meiner Hand ist und bin aber irgendwie doch froh, dass ich nicht, wie es Beatrix Kiddo in Kill Bill getan hätte, das Fleischermesser mit der 25cm Klinge genommen habe. Mein einziger Trost ist, dass M. wie eine Frau schreit. Aber ich glaube, das dürfte ihm ziemlich egal sein - immerhin liegt er mit einem roten Kopf auf der Couch und hält sich den Bauch vor Lachen. Er kriegt kaum Luft, weil er zwischen seinen Lachanfällen "Schneebesen" stammelt. Möchte ihm vor lauter Zorn den Hals zudrücken, bis seine Gesichtsfarbe lila wird.
Nachdem er eine Weile gelacht hat, bitte ich ihn sich die Kaffeemaschine mal anzusehen, weil sie einfach nicht funktioniert. Wir gehen in die Küche, er stellt sich vor die Maschine und sagt: Wieso? Was soll denn nicht funktionieren? Das Display sagt "Bitte wählen". Er drückt auf den "Mach Kaffee"-Knopf und, siehe da, es läuft auch welcher in meine Tasse. Wutentbrannt ziehe ich die Tasse weg und verlasse die Küche. Jedoch nicht, ohne dieser Höllenmaschine den Mittelfinger zu zeigen.
mirno_more - 2. Mai, 13:43